Für unsere Klotok-Tour durch den Tanjung Punting Nationalpark haben wir uns überlegt, dass es keine Destination Insights, sondern Tour Insights gibt. Wir geben also eine Übersicht über die Tour, den Park und den Anbieter. 

Touranbieter 

Es gibt diverse Anbieter, über die man eine Klotok-Tour im Tanjung Puting Nationalpark buchen kann. Wir haben unsere Tour über local-guides.org gebucht. Auf der einen Seite, weil sie von Indojunkie empfohlen wurde und auf der anderen Seite gefällt uns der Eco-Ansatz. 

Soweit wir das beurteilen können unterscheiden sich die Touren aber nur marginal. Zumindest haben wir in den Camps immer wieder die gleichen Leute getroffen 😅

Das Boot 

Unser Boot Milo war etwa 10m lang und 2,5m breit. Das Oberdeck war komplett für uns vorgesehen und mit einer Bank am Heck, einem Bett und Esstisch in der Mitte und einem offenen Deck am Bug mit Sitzsäcken ausgestattet. Das Dach war so hoch, dass Freddy gerade stehen konnte – zum Glück! Es gab außerdem ein Bad mit Dusche und WC. Das untere Deck war für unsere Crew, die aus unserem Guide, unserem Captain und Co-Captain und unserer Köchin bestand. Im Vergleich zu anderen Booten, die wir unterwegs gesehen haben, war unsers auf jeden Fall recht klein und schmal. Aber für uns allemal ausreichend. Die Seiten der Boote können mit Planen zugemacht werden, damit bei Regen alles trocken bleibt. 

Wir mochten es aber am liebsten, wenn alles auf ist und die frische Luft durchs Boot zieht – auch in der Nacht ist das ein total tolles Erlebnis.

Das Programm

Das Programm der Tour war weitestgehend festgelegt, mit wenig Spielraum für individuelle Anpassungen. Grundsätzlich werden Touren mit zwei, drei oder vier Nächten angeboten. Wir haben uns bewusst für die längere Variante entschieden – zum einen, weil ein längeres Trekking enthalten war, und zum anderen, weil wir der Meinung sind: Wenn man schon einmal hier ist, sollte man das Erlebnis voll auskosten 😊

Tag 1

  • Abholung in Pangkalan Bun und Transfer nach Kumai, wo man das Boot besteigt
  • Fahrt über den Sekonyer River bis zum Camp Tanjung Harapan
  • Erste Orang-Utan Fütterung um 15 Uhr
  • Weiterfahrt auf dem River und Übernachtung am Flussrand

Tag 2

  • Am Vormittag Flussfahrt bis zum Camp Leakey
  • Lunch an der Anlegestelle
  • Zweite Orang-Utan Fütterung um 14 Uhr
  • Rückfahrt bis zum Camp Pondok Tanggui 
  • Nachtwanderung
  • Übernachtung an der Anlegestelle

Tag 3

  • Dritte Orang-Utan Fütterung um 9 Uhr
  • Im Anschluss kleine Dschungelwanderung (4 km)
  • Flussfahrt bis zum Sekonyer Village & Besichtigung
  • Weiterfahrt auf dem River und Übernachtung am Flussrand

Tag 4

  • Flussfahrt zum Camp Tanjung Harapan
  • “Langes” Dschungeltrekking mit anschließender Kanufahrt
  • Vierte und letzte Orang-Utan Fütterung um 15 Uhr
  • Weiterfahrt auf dem River und Übernachtung am Flussrand

Tag 5

  • Nach dem Frühstück Rückfahrt nach Kumai & Transfer zum Airport

Wir waren mit dem Programm total zufrieden. Man hätte alle Punkte sicherlich auch in vier Tagen geschafft, aber so hatten wir genügend Zeit zum relaxen an Bord. Einzig das zu kurze Dschungeltrekking an Tag 4 hätten wir uns anders gewünscht. In der Beschreibung hieß es, dass es ein All-Day-Trek sein würde, tatsächlich sind wir aber nur rund zwei Stunden gewandert plus eine Stunde Kanufahrt – also genau genommen war es nicht mal ein Half-Day-Trip.

Die Camps

Es gibt insgesamt drei Camps im Tanjung Puting Nationalpark, die alle als Forschungs-, Auffang- oder Auswilderungsstation für die Orang-Utans genutzt werden. 

Camp Tanjung Harapan 

Diese Station erreicht man von Kumai kommend als erstes und sie wird vorwiegend zur Auswilderung geretteter Orang-Utans genutzt. Hier haben wir unsere allerersten Orang-Utans in freier Wildbahn gesehen. Und auch so haben wir hier bei beiden Fütterungen, die wir besuchen durften, viele Weibchen und Babys und beide Male auch den König sehen dürfen. 

Camp Leaky

Dieses ist das erste und älteste Camp, gegründet 1971 von der Primatologin Dr. Biruté Galdikas und ist eine weltweit bedeutende Forschungseinrichtung. Der Name des Camps ehrt Dr. Louis Leakey, einen bekannten Paläoanthropologen und Mentor von Galdikas. Hier findet nicht nur die wissenschaftliche Forschung über Orang-Utans statt, sondern auch intensive Schutzmaßnahmen.

Camp Leakey liegt am weitesten von Kumai entfernt und ist umgeben von unberührtem Dschungel. Wir hatten hier das Glück dem coolen Gibbon zu begegnen – ein echtes Highlight! Leider haben wir hier nur einen Orang-Utan gesehen, was aber leider ganz normal passieren kann. Der Regenwald bietet gerade zu dieser Zeit eine Fülle an Nahrung, und die Fütterungen dienen lediglich als zusätzliche Unterstützung, sodass die Tiere frei entscheiden können, ob sie kommen oder nicht.

Camp Pondok Tanggui

Pondok Tanggui war das Rehabilitationszentrum für junge Orang-Utans, die aus illegaler Gefangenschaft oder von gerodeten Plantagen gerettet wurden. Das Camp spielte eine zentrale Rolle in der Übergangsphase zwischen Rettung und Auswilderung. Mittlerweile sind alle Tiere hier längst wieder wild. Aber trotzdem kamen super viele Orang-Utans zur Fütterung und wir hatten hier das wirklich beste Erlebnis mit den Tieren. In den 1,5 Stunden konnten wir richtig detailliert beobachten, wie sich die Tiere untereinander verhalten und sozial interagieren. Einfach super spannend! 

Die Aktivitäten

Das Programm war relativ locker gezurrt, so dass wir nicht von einer Aktivität zur nächsten hetzen mussten. Vielmehr hatten wir für unseren Geschmack etwas zu viel Ruhezeit. Dennoch waren die Erlebnisse und Aktivitäten, die wir unternommen haben, durchweg fantastisch und haben die Tour zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Die Nachtwanderung hat Spaß gemacht und besonders die riesigen Tarantulas waren beeindruckend. 

Der kurze Dschungeltrek hat uns einen tollen Einblick in den Dschungel gegeben. Und wird super vielen mit seinen 4km sicherlich auch schon reichen. 

Der lange Trek war für unseren Geschmack zu kurz, aber auch nur, weil wir mit einem Ganztagesausflug gerechnet haben. Vom Ding her, war der Trip trotzdem super und hat nochmal einen ganz anderen Blick auf den Dschungel ermöglicht. Vor allem aber die Kanufahrt im Anschluss war mega. Da so durch den puren Urwald mit dem Kanu zu paddeln war wirklich sensationell und ein absolutes Highlight! 

Die Besichtigung des Sekonyer Village war auch interessant; hier hatte ich mir aber auch etwas mehr erhofft. Vielleicht noch ein bisschen Interaktion oder Austausch mit den Locals. Wir sind mit unserem Guide eigentlich nur einmal durchs Dorf gegangen.

Das Drumherum

Abgesehen von den Camps ist die Natur drumherum natürlich allemal sehenswert. Während man auf dem Fluss fährt hat man die ganze Zeit die Chance andere Affenarten und Vögel in den Bäumen am Flussufer zu sehen. Dadurch ist jede Flussfahrt nicht nur entspannend, sondern auch aufregend und interessant. Der Dschungel bei unseren Treks hat uns auch nochmal eine andere Art Regenwald gezeigt, die wir so bisher nicht kannten. Viel feuchter und undurchdringlicher. Einfach richtig ursprünglich. 

Highlights

Was sollen wir sagen? Natürlich ist der ganze Trip ein einziges Highlight und wird es auch für immer bleiben. Wann hat man mal die Chance so nah an diese gigantischen Tiere zu kommen und dann noch in freier Natur? Daher bezieht sich dieser Abschnitt auf die Highlights des Highlights: 

  • Camp Pondok Tanggui: Die Fütterung beim Camp Pondok Tanggui war richtig super. Es kamen viele Orang-Utans, man konnte auch das Verhalten der Tiere in den Bäumen beobachten und richtig die sozialen Interaktionen studieren. Für uns die beste Fütterung. 
  • Der Gibbon: Es war einfach einmalig, wie dieser coole Gibbon da auf einmal aus dem Urwald angehangelt und gesprungen kommt. Das war einfach mega. 
  • Das Männchen: Welches uns beim Lunch besucht hat. Einfach einmalig. 
  • Das Gewitter: Am letzten Abend nochmal so ein richtiges Tropengewitter miterleben zu dürfen, war klasse. Und dann auch noch über mehrere Stunden und auf einem Boot. Erlebt man definitiv nicht alle Tage. 

Downsides

Downsides gibt es immer, daher auch hier wieder mit ehrlichen Augen betrachtet: 

  • Moskitos: As always – Im Dschungel sind natürlich super viele Moskitos. Und auch das Moskitospray hat hier eher weniger geholfen, so dass wir wieder extrem viele Stiche bekommen haben. 
  • Erkältung: Freddy war leider schon erkältet, was schade war. Aber zum Glück konnte er alles mitmachen und auch genießen. 

Food

Wie bei allen Touren wurden wir auch hier mit drei Mahlzeiten am Tag bestens versorgt. Frühstück um 7 Uhr, Mittag um 12 Uhr, Dinner um 19 Uhr. Das Essen war abwechslungsreich und ausgiebig. Zum Frühstück gab es Rührei, Toast und eine weitere Sache wie z.B. Pancake. Dazu natürlich Fruits. Lunch und Dinner bestanden immer aus Reis, Veggies, Tofu, Tempeh, Fisch, Fleisch und ebenfalls Fruits. Kaffee, Tee und Wasser gab es den ganzen Tag. Nachmittags gab es sogar noch einen kleinen Snack, wie Fried Banana oder Singkong. 

Das Essen war wirklich wieder durchweg sehr lecker und wir hatten mal wieder Glück, dass wir niemals hungern mussten 😉

Good to know

Wer eine Klotok-Tour durch den Tanjung Puting Nationalpark plant, dem können wir folgende Tipps mit auf den Weg geben:

  • Ausreichend Moskitospray mitnehmen: Davon kann man hier wirklich nicht genug haben. 
  • Alles feucht: Hier wird wirklich alles feucht… und trocknet auch nicht. Insbesondere Kleidung wird über Nacht so nass, dass man sie nicht anziehen kann. Daher unbedingt IN den Rucksack packen. 
  • Wenig Bewegung: Man bekommt während der Tage trotz der paar Treks echt wenig Bewegung und an Bord kann man sich so gut wie nicht bewegen. Da kann man ganz schön einrosten. 
  • Es schwankt: Das Boot ist super schmal und schwankt wirklich bei jeder Bewegung extrem von links nach rechts. Wir sind noch Tage nach unserer Rückkehr „Boot gefahren“ 😏 Cocculus hätte hier vielleicht geholfen.
  • Powerbank: Unbedingt eine Powerbank mitnehmen, da es nur bedingt Strom an Bord gibt.

Unser Fazit: Wir können eine solche Tour wirklich jedem empfehlen, der einmal Orang-Utans in ihrer natürlichen Lebensumgebung sehen möchte. Gerade die Verbindung aus Flussfahrt im Dschungel und Tierbeobachtung, machen den Trip zu etwas ganz besonderem. Man fühlt sich einfach wie in einer anderen Welt… und das ist man ein Stück weit ja auch. Für uns waren die Tage ein absolutes Highlight inkl. Kindheitstraumerfüllung und ganz vieler magischer Affen-Momente 🦧❤️


Eine Antwort zu „Tour Insights: 5D4N Orang-Utan Tour by LocalGuides“

  1. Avatar von Sandra
    Sandra

    Toll! Es ist so superschön, was ihr alles erlebt. 🤩😃😍😘

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