“Jungle of Stones” – so hat uns unser Taxifahrer 2018 seine Heimatstadt Kuala Lumpur vorgestellt. Und tatsächlich passt der Vergleich ganz gut: Die Stadt ist wie ein urbaner Dschungel, international, artenreich und super vielfältig.

Durch den dichten Verkehr schlängelt man sich wie durch verworrene Dschungelpfade, immer auf der Suche nach dem besten Weg. Die Wolkenkratzer spenden tagsüber Schatten, ganz wie die Bäume des Dschungels.

Wie im Dschungel gibt es auch in Kuala Lumpur ständig Neues zu entdecken – versteckte kleine Gassen, grüne Parks und eine Kulturvielfalt, die wie exotische Tiere und Pflanzen miteinander harmoniert. Selbst die Garküchen und Foodmärkte wirken wie die Nahrungsoasen des urbanen Dschungels, die für ein abwechslungsreiches kulinarisches Erlebnis sorgen.

Ein Ort, an dem die Natur auf faszinierende Weise in die moderne Welt übertragen wird – der “Jungle of Stones” Kuala Lumpur.

Und hier wollten wir unseren Silvesterurlaub verbringen. Darauf hatten wir uns wirklich extrem und lange gefreut. Denn ich wollte schon immer mal Silvester in einer anderen Stadt feiern. Und nun war es endlich soweit.

Von Krabi sind wir nach Kuala Lumpur geflogen. Der Flughafen liegt eine gute Fahrstunde außerhalb und so sind wir mit dem Bus für knapp 3€ pro Person in die Innenstadt gefahren. Wir wohnen in den Chamber Suites in Chow Kit, am Rand des Innenstadtgürtels. Von unserem Apartment haben wir eine tolle Aussicht auf die Stadt und Skyline. 

Wir haben uns hier extra ein vollausgestattetes Apartment mit Küche ausgesucht, weil wir endlich mal wieder selbst kochen wollten! Darauf haben wir die letzten Wochen schon sehr hingefiebert. Allein aufs Einkaufen habe ich mich richtig gefreut 😂 

Doch am ersten Abend mussten wir uns noch gedulden, denn es war schon super spät. Und so sind wir gleich in der Nähe unseres Apartments ins nächste Rumah Makan mit Auslage und haben uns unsere Teller vom Buffet zusammengestellt. 

Den Abend haben wir dann nach über drei Monaten mal wieder ein bisschen wie zuhause ausklingen lassen: mit Serie auf dem Sofa 🙂 

Ankommen & Einkaufen

Den ersten Tag haben wir dann erstmal etwas unentspannt starten müssen, denn eines unserer Fenster war kaputt und ließ sich nicht schließen. Dadurch war es in der Nacht relativ laut. Leider konnte das Fenster nicht repariert werden, so dass wir das Apartment nochmal wechseln mussten. Wie gut, dass wir am Vorabend schon alles so richtig ausgepackt hatten, um uns wie zuhause zu fühlen 🥲

Das neue Apartment war ebenso gut, vielleicht sogar ein bisschen schöner. Nach dem Frühstück wollten wir dann endlich einkaufen gehen und die Supermärkte Kuala Lumpurs unsicher machen, doch… es hat geregnet. Typisch KL halt. Aber wir wären keine echten Hamburger, wenn wir uns nicht unsere Regenjacken übergezogen hätten und trotzdem losmarschiert wären. Und so ging es durch den Regen über die Märkte. 

Ganz typisch hat es dann nach kurzer Zeit auch schon aufgehört, die Sonne kam raus und wir mussten die Regenjacken den restlichen Nachmittag schleppen. Beschweren wollen wir uns aber nicht 😄

Das Einkaufen selbst war übrigens anstrengender als gedacht, denn Kuala Lumpur ist viel teurer als erwartet. Und so mussten wir teilweise ein bisschen vergleichen, was natürlich Zeit kostet. Wir haben aber alles bekommen, und so war der erste Tag in KL auch schnell vorüber. 

Abendbrot <3

Am Abend des ersten Tages gab es endlich Abendbrot. Wie lange haben wir uns auf richtiges Brot, Käse, Avocado, Rohkost und Nussmus gefreut. Dazu ein schönes Omelette. Das war lecker. Wir wussten gar nicht mehr, wie gut Brot und Käse schmecken können. Es war für uns ein richtiges Festmahl. Den restlichen Abend genossen wir wieder ganz entspannt auf dem Sofa bei Squid Game 2 – ein ganz normaler Abend halt. 

Throwback 2018

An unserem zweiten Tag im Jungle of Stones haben wir uns auf den Weg in die Innenstadt gemacht – dahin, wo wir 2018 die Stadt so lieben gelernt haben: zu den Petronas Towers in den KLCC Park. 

Aber first things first: nach dem Aufstehen haben wir erstmal das im Apartment-Komplex enthaltene Gym getestet. Klein aber fein würden wir sagen. Für die Woche auf jeden Fall ausreichend und mit Blick auf die Towers lässt es sich doch gleich viel besser trainieren. Im Anschluss gab es dann ein hervorragendes Frühstück: Brot, Käse, Obst, Joghurt und Eier 🙂 

Gegen Mittag sind wir los und haben uns auf Spurensuche unseres Aufenthalts 2018 begeben. Und tatsächlich sieht alles noch genauso aus. Das tat irgendwie gut zu sehen und für uns fühlte es sich total richtig an hier zu sein. 

Am Abend habe ich dann endlich mal wieder so richtig gekocht! Es gab Chili sin Carne – Bohnen und Hülsenfrüchte gibt es in Asien nämlich eher weniger. Und das obwohl es (gerade für mich) eine so wichtige pflanzliche Eiweißquelle ist. Dementsprechend haben wir uns darauf total gefreut. Das Kochen hat mir extrem viel Freude bereitet und ich habe gemerkt, wie sehr mir das hier auf Reisen doch fehlt. Auch wenn ich dort in der Mini-Küche kaum Utensilien und Equipment hatte, war es toll, hat mich glücklich gemacht und das Chili war auch noch lecker 😉 

Silvester 2025

In den letzten Tag des Jahres sind wir mit einem richtigen slow Morning gestartet. Wir haben Serie geschaut, gefaulenzt und uns ein richtig gutes letztes Frühstück mit Brot, Käse, Guacamole, Obst & Joghurt in 2024 gegönnt. Am Mittag haben wir noch das letzte Training des Jahres absolviert – 2024 war für uns wirklich ein Jahr des Trainings. Und so war es schön, das Jahr auch so zu beenden. Am späten Nachmittag haben wir uns für unsere Silvesternacht fertiggemacht – hierzu gibt es aber einen eigenen Beitrag. Stay tuned! 🥳

Neujahr

Nach einer sehr kurzen Nacht, sind wir nach dem Aufstehen erstmal für eine kühle Erfrischung an den Pool. Und das wirkt wirklich Wunder. Der kalte Pool vertreibt all die müden Geister und lässt auch den Kater gleich viel kleiner aussehen 😉

Ansonsten haben wir den Tag genau so verbracht, wie man Neujahr auch mal verbringen darf: auf dem Sofa mit gutem Essen und einer spannenden Serie. Das fühlt sich für uns total komisch an, einfach mal auf dem Sofa zu liegen und “nichts” zu tun. Wir sind seit Wochen jeden Tag irgendwo unterwegs, entdecken neue Orte, machen neue Erfahrungen und müssen Eindrücke verarbeiten. Da tut das “nix tun” und einfach so einen ganz normalen Tag zu haben auch mal richtig gut. 

Zur Feier des neuen Jahres gab es am Abend eines unserer Lieblingsessen: Wraps. Mit ganz viel Salat und selbstgemachten Linsenbratlingen. (Ja, selbst das geht in der Mini-Küche 😋) 

Dies sind übrigens die einzigen zwei Fotos, die wir an diesem Tag gemacht haben. Das sagt auch einfach alles:  

Bisschen Sightseeing

Am nächsten Tag ging es dann aber wieder los. Genug gelegen und gefaulenzt, wir waren schon ganz eingerostet. Das sind wir schließlich nicht mehr gewohnt 😇

Nach dem ersten Training des Jahres (auch 2025 soll ein Jahr des Trainings werden) und einem leckeren Frühstück, ging es gegen Mittag los. Als erstes haben wir uns den Merdeka Square angeschaut. Der Merdeka Square ist das historische Herz von Kuala Lumpur. Hier wurde 1957 die Unabhängigkeit Malaysias ausgerufen. Der Platz ist von hübschen Kolonialbauten umgeben, wie dem angeblich schönsten Gebäude der Stadt, dem Sultan Abdul Samad Building. Außerdem gibt es hier einen der höchsten Fahnenmasten der Welt. Ansonsten ist der Platz relativ unspektakulär. 

Besonders cool aber: Man kann von hier sowohl das alte Sultan Abdul Samad Building sehen, als auch den Merdeka 118, das zweithöchste Gebäude der Welt, welches erst 2024 eingeweiht wurde. Das Bild passt perfekt zu Kuala Lumpur: Moderne trifft Tradition. 

Im Anschluss sind wir zum Central Market, einem überdachten Markt mit Souvenir- und Handcraftshops. Hier kann man ein wenig schlendern und sich verschiedene Dinge anschauen. Von Bildern, über Skulpturen bis Schmuck findet man hier alles, was das künstlerische Herz begehrt. Es gab zum Beispiel tolle gegossene Starwars-Figuren – wenn wir nur Platz im Gepäck hätten 😌

Vom Central Market ging es weiter zur berühmten Jalan Petaling Street – Kuala Lumpurs Chinatown. Hier reiht sich eigentlich nur Stand an Stand uns es werden hauptsächlich gefälschte Markenprodukte, wie Handtaschen, Schuhe und Uhren angeboten. Außerdem T-Shirts und andere typische Souvenirs. Hier haben wir 2018 ganz tolle Starwars T-Shirts gekauft. Und auch diesmal haben wir den Stand wieder gefunden und es gab sogar ein Grogu (Baby-Yoda) Shirt, was aber leider nicht in meiner kleinen Größe da war. Schade! 

Wir mögen an dem Markt, dass er nicht so riesig ist. Oft sind es eh immer die gleichen Waren in der Auslage, so dass die Märkte einen dann schnell überfordern und auch einfach zu anstrengend werden. Aber hier kann man ganz gut entlang schlendern, ist dann aber auch schnell wieder draußen. 

Auf dem Rückweg zum Apartment haben wir noch einen Schlenker über den Merdeka 118 gemacht, das zweithöchste Gebäude der Welt. Es ist insgesamt 680m hoch – wow! Von unten muss man schon ganz schön hoch gucken, und auch sonst ist das Gebäude von überall in der Stadt immer zu sehen. Wirklich beeindruckend. 

Den späten Nachmittag haben wir dann nach über 20.000 Schritten am Pool verbracht. Ich musste noch arbeiten, und Freddy konnte im kühlen Wasser entspannen. Am Abend gab es griechischen Bohnenauflauf, einen wunderschönen Sonnenuntergang und Serie – schön! 

Die Batu Caves

Neue Routine in Kuala Lumpur: Aufstehen, Trainieren, Frühstücken, Losgehen. So auch am dritten Tag des neuen Jahres! Nach unserer festen Routine sind wir los und wollten zu den Batu Caves. Von unserem Apartment sind wir zu Fuß zur Bahn, die praktischerweise keine 10 Minuten von uns entfernt in 15 Minuten direkt dorthin fährt. Gut, dass wir vorher nicht gecheckt haben, wann die Bahn fährt und dass sie nur einmal pro Stunde fährt. Denn so haben wir die Bahn genau verpasst und saßen eine Stunde am Bahnsteig… denn unser Ticket hatten wir schon gescannt, so dass wir nicht mehr rauskamen 😏 Wieder ein Learning! 

Mit der nächsten Bahn ging es dann aber hin – zu den Batu Caves. Die Batu Caves sind eines der bekanntesten Wahrzeichen Malaysias. Die Kalksteinformation beherbergt eine Reihe von Höhlen und Tempeln, die tief in die Geschichte und Tradition des Hinduismus eingebettet sind. Am Eingang begrüßt einen die riesige goldene Statue von Lord Murugan, die den Weg zu den 272 farbenfrohen Stufen weist, die hinauf zur Haupthöhle führen. Das durften wir uns also auf keinen Fall entgehen lassen. 

Die Tempel selbst sind super schön gestaltet. Und auch die Höhle ist etwas besonderes. Man kann sich gut vorstellen, wie wichtig der Ort für den Hinduismus und die Menschen gewesen und immer noch sein muss. Das Ganze sieht einfach besonders aus und ist sicherlich einzigartig. 

Was uns überhaupt nicht gefallen hat: das Drumherum. Hier sind super viele Affen und noch mehr Tauben. Natürlich weil sie von den Menschen gefüttert und damit angelockt werden. Dadurch ist das ganze Areal irgendwie dreckig. Und somit der erste Ort in Kuala Lumpur, der für uns auf der Minusseite steht. Es ist einfach ein so krasser Kontrast: die Tempel werden so gepflegt, aber der Platz drumherum verwahrlost fast schon. Finden wir schade. 

Und so sind wir nach einer guten Stunde auch schon wieder zurück. Im Apartment haben wir uns kurz frisch gemacht und sind dann für unseren letzten Abend in der Stadt nochmal raus. Zum Dinner ging es auf die Jalan Alor Foodstreet. Hier gab es Sizzling Hotplate mit Tofu, Pepper Tofu und Kai Lan Leaves. Ganz lecker, aber mit knapp 18€ viel zu teuer.

Im Anschluss sind wir nochmal zu den Petronas Towers und haben uns die Wasser- und Lichterspiele angeschaut. Das war sehr schön und ist wirklich besonders, da so vor den zwei gigantischen Türmen bei Nacht. Ein richtig gelungener Abschluss. 

Auf dem Rückweg haben wir noch eine richtig nice Foodstreet im Kampong Bahru entdeckt. Also definitiv schonmal ein Grund wieder herzukommen 😁

Wo ist denn die Zeit geblieben? 

Und da war er schon. Unser allerletzter Tag in Kuala Lumpur. Eigentlich wollten wir von hier aus mit dem Zug und Fähre weiter nach Langkawi. Doch der Flug (18€ pro Person, inkl. Gepäck gerade mal 35€) war so viel günstiger als das Zugticket, und dazu auch noch sehr viel schneller, dass wir uns doch für den Flug entschieden haben. Dieser ging aber erst am Abend, so dass wir noch einen letzten Vormittag/Mittag in der Stadt hatten. 

Die Zeit haben wir genutzt, um uns den Botanischen Garten anzusehen. Dieser ist total schön angelegt mit vielen verschiedenen Arealen und auch relativ groß. Er lädt zum Spazieren, Joggen und Entspannen ein. Es waren auch viele Brautpaare vor Ort, die Fotoshootings gemacht haben. Wirklich eine tolle Kulisse. Uns hat’s gut gefallen. 

Im Anschluss war dann aber wirklich Schluss. Mit Grab sind wir zum Airport gefahren und mussten uns vorerst vom Jungle of Stones, Kuala Lumpur, verabschieden… 


2 Antworten zu „Kuala Lumpur: Back in the Jungle of Stones“

  1. Avatar von Sandra
    Sandra

    Wahnsinn, was ihr so alles seht. Hoffentlich ist Hamburg danach nicht viel zu klein für euch.😉
    Der Merdeka 118 ist gigantisch – sieht richtig toll aus. 🤩😘🥰

  2. Avatar von Nati
    Nati

    Der Merdeka war damals genau im Sichtfeld von unserem Fenster. Selbst Kian hat schon ein Foto damit haha — Wahnsinnsteil. Ich finds toll, dass euch KL wieder gut gefallen hat, wo ich doch beim zweiten Mal so enttäuscht war. Vielleicht hab ich einfach eine schlechte Zeit erwischt oder war am Ende meiner Reise einfach gefrustet und hatte den Blick verloren — beides möglich 😂

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