Es war wieder soweit und unsere Reise sollte uns in ein neues Land führen: nach Vietnam! Ich wollte schon immer mal nach Vietnam; tatsächlich war das sogar das erste südostasiatische Land in das ich damals wollte. Aber die Reisezeiten passten nie 🥲
Jetzt, fast 10 Jahre später, sollte es aber endlich soweit sein. Von Koh Rong Samloem begann unsere Reise noch in der Dunkelheit 😵💫 Denn wir hatten eine etwas längere Reise vor uns. Und so nahmen wir die allererste Fähre zurück aufs Festland um 6:30 Uhr. Von Sihanoukville ging es mit dem Minivan weiter nach Hat Tien an die vietnamesische Grenze. Vorher mussten wir die vier Stunden Fahrt über die nicht vorhandene Straßen aber erstmal hinter uns bringen. Und wenn ich sage nicht vorhanden, dann ist die Straße hier wirklich nicht vorhanden. Es geht einfach über Geröll, roten Sand und durch Schlaglöcher – da brauchst du definitiv eine starke Core-Muskulatur 😅
Fun Fact: wir haben total vergessen, wie schlecht die Straßen in Kambodscha sind bzw. an dem Morgen einfach nicht dran gedacht und versucht während der Fahrt zu frühstücken. Ging so semi gut 🤣
In Kampot mussten wir dann nochmal den Van wechseln, weil bei unserem die Tür nicht mehr aufging. Kein Wunder; bei den Rumpelfahrten verzieht sich einfach alles.


Grenzübergang
Die Grenze überquerten wir, wie schon von Thailand nach Kambodscha, wieder zu Fuß. Auf der einen Seite ausreisen, ab durchs Niemandsland, auf der anderen Seite wieder einreisen. Und wir waren in Vietnam!
Die Vietnamesen wollen übrigens nichts von einem haben. Kein Foto, keine Fingerabdrücke, keine Visagebühr. Einreise für 45 Tage kostenfrei.
Hinter der Grenze fuhren wir mit einem weiteren Van weiter bis zum Hafen, wo wir auf die Fähre zu unserer finalen Destination stiegen: die Insel Phu Quoc. Die Fähre war super groß und leer, so dass wir ausreichend Platz hatten und die Stunde Fahrt etwas entspannen konnten.




Auf Phu Quoc gibt es E-Busse, die kostenlos feste Strecken über die gesamte Insel abfahren. So kann man theoretisch überall kostenlos hinkommen. Das finden wir mal richtig cool! Und auch wir konnten mit dem Bus bis zu unserer Unterkunft fahren.
Wir wohnen in einem Guesthouse etwas südlich der Hauptstadt Duong Dong am Long Beach für unschlagbare 9€ die Nacht. Das Zimmer ist sauber und groß genug, um hier eine Woche zu verbringen.
Am ersten Abend passierte dann nicht mehr viel. Wir haben Geld abgehoben (1€ sind 25.000 Dong 🤣), waren ein bisschen am Strand spazieren und haben zu Abend gegessen: Nudelbowl und eine riesige Portion Morning Glory.





Gym und Beach
Laut Natis Auskunft sind die Vietnamesen richtige Pumper, und so ist es wohl kein Wunder, dass wir hier auf Phu Quoc ein richtig gutes und günstiges Gym gefunden haben. Für weniger als 1,20€ pro Training haben wir hier das BESTE Studio der gesamten Reise entdeckt 😃 Es gibt extrem viele Geräte und man kann alles in allen möglichen Variationen trainieren. Richtig gut!!!



Die ersten beiden Tage haben wir entsprechend auch mit einem langen Training begonnen, bevor wir den Nachmittag an einem der vielen Strände von Phu Quoc entspannt haben.
Ong Lang Beach
Der Strand liegt 6 km nördlich von Duong Dong und ist eine schöne kleine Bucht, in der man gut baden kann. Hier sind ein paar Resorts, trotzdem ist es am Strand relativ leer.


Cua Can Beach
Am späten Nachmittag sind wir noch zum Cua Can Beach gefahren. Hier war außer ein paar Fischerbooten niemand. Leider gab es daher auch Müll am Strand… außerdem war es mittlerweile ganz schön wellig und das Wetter wurde irgendwie ungemütlich. Und so haben wir uns recht schnell auf den Heimweg gemacht.


Vung Bau Beach
Am nächsten Tag haben wir uns auf die Suche nach dem Vung Bau Beach gemacht. Das Finden der Strände ist hier auf Phu Quoc übrigens gar nicht so einfach. Denn viele Zufahrten aus Google Maps sind entweder gesperrt oder gehören zu Resorts – und hier darf man meisten nicht durch. Nach ein wenig Suchen haben wir dann aber einen Zugang gefunden. Der Strand hat schönen gelben Sand und man kann hervorragend baden.
Wenn man links über die kleinen Felsen geht, gelangt man nochmal an ein kilometerlangen, komplett einsamen Strandabschnitt. Traumhaft! Leider auch hier wieder mehr Müll; weil ihn halt keiner wegräumt…





Bai Truong Beach
Dieser Strand liegt etwas unterhalb des bekannten Long Beach bzw. gehört technisch gesehen wahrscheinlich sogar noch dazu. Schöner goldgelber Sand und blaues Meer laden zum entspannen ein. Das Baden ist hier wunderbar, denn es gibt nur Sand. Es gibt ein paar Strandbars, Restaurants und Massagen. Perfekt also für einen Tag am Strand.



Ganh Dau Beach
Der Strand liegt ganz im Norden der Insel und sollte eigentlich der schönste der Insel sein. Den Zugang zu finden war wieder etwas schwierig, also mussten wir über eine kleine Mauer klettern und waren dann am Strand eines Resorts. Den richtigen Strand haben wir wohl gar nicht gefunden, es war links und rechts aber auch nichts weiter zu sehen 🤷♀️
Das Wetter war nicht ganz so schön, das Meer unruhig und windig. Der Sand ist nicht ganz so fein und im Wasser sind ein paar Steine. Trotzdem kann man gut baden.



Sunworld Hon Thom
Auf Papas Empfehlung und Einladung (vielen Dank nochmal ❤️🙏) ging es für uns in einen der zwei Freizeitparks auf Phu Quoc: Sunworld Hon Thom. Ganz im Süden der Insel beginnt die Sunset Town, eine richtig aufgebaute Kleinstadt im italienischen Stil: man fühlt sich direkt von Asien nach Italien versetzt; irgendwie Irre!






Von hier startet die längste „Three-Rope“-Gondel der Welt bis auf die südlich von Phu Quoc gelegene Insel Hon Tham. Auf der Insel befindet sich dann ein kleiner Vergnügungspark. Kosten: 27,50€ pro Person – da ist dann alles drin.
Die Gondelfahrt
Die Fahrt mit der Gondel dauert etwa 15 Minuten und ist wirklich spektakulär! Man fährt über tausende Boote, das türkisfarbene Wasser, überquert Inseln und ist teilweise ganz schön hoch 😅 Allein dafür hat sich das Ticket schon gelohnt. Man hat eine wahnsinnige Aussicht und wer fährt schonmal mit einer Gondel auf die nächste Insel?








Vergnügungspark Sunworld Hon Thom
Auf der Insel befindet sich dann der Freizeitpark Sunworld Hon Thom. Es gibt eine Holzachterbahn, Aussichtsturm und einen Wasserpark. Gebaut wird hier unendlich viel; mal sehen was hier noch alles kommt!
Die Achterbahn ist cool und hat richtig Spaß gemacht zu fahren. Die Fahrt war sogar relativ lang und viel besser als erwartet.
Vom Aussichtsturm hat man eine tolle Aussicht über den Park, die Insel und vor allem Baustellen 🥲
Den Nachmittag haben wir dann komplett im Wasserpark verbracht. Nachdem ich mir 2015 auf Kreta bei unserem letzten Wasserparkbesuch extrem wehgetan hatte, bin ich eigentlich nicht mehr so der Rutschenfan. Aber Freddy liebt es und ich dachte mir, dass nach fast zehn Jahren vielleicht auch mal Schluss mit der Angst ist – raus aus der Komfortzone sozusagen 😝
Und was soll ich sagen? Es hat wirklich mal wieder Spaß gemacht! Die Rutschen waren cool, nicht zu extrem und für den Einstieg total gut. Der Park war nicht so voll, so dass wir nicht allzu lange anstehen mussten. Nur leider war das Wetter nicht ganz so geil und etwas bewölkt; da fange besonders ich dann immer schnell an zu frieren.
Alles in allem war es ein rundum schöner Tag im Süden von Phu Quoc und der Ausflug dorthin hat sich zu 100% gelohnt.









VinWonders Phu Quoc
VinWonders ist der zweite Vergnügungspark auf Phu Quoc und liegt ganz im Norden der Insel. Der Eintritt ist mit rund 35€ pro Person etwas teurer, der Park aber auch nochmal größer.
Bei unserer Ankunft erlebten wir aber erstmal die erste Ernüchterung: wir dürfen kein eigenes Essen mit in den Park nehmen! Und natürlich haben wir unsere Bowl und Obst dabei… hätte man sich vielleicht denken können, aber sowas finden wir per se irgendwie immer doof. Dadurch ist man gezwungen das teure (und meist ungesunde) Essen im Park zu konsumieren.
Wir sind also wieder raus und haben erstmal vor dem Park auf dem riesigen Platz unsere Bowl gegessen. Danach konnte es dann endlich losgehen.




Der Park ist in verschiedene Themenbereiche aufgeteilt, darunter die Adventure World mit Fahrgeschäften, der Wasserpark Typhoon World, das Aquarium Sea Shell sowie Fantasy World und das Mysterious Viking Village.
Generell ist das Konzept ein bisschen an Disneyland ausgerichtet.

Adventure World
Als erstes ging es für uns ins Land der Fahrgeschäfte. Das Highlight war hier sicherlich die Achterbahn The Wrath of Zeus. Die Bahn ist so ähnlich wie Desert Race im Heide Park, also beschleunigt ganz schnell, ist aber viel länger und bringt unglaublich viel Spaß. Wir sind insgesamt vier mal gefahren!
Es gibt noch eine weitere Achterbahn, die Indoor fährt. Auch cool, mit frei hängenden Füßen. Das findet Freddy aber immer unheimlich, vor allem drin im dunkeln, weil er so groß ist 😅
Beim Wildwasserrafting wird man hier richtig nass. Denn erstens ist es wirklich ein richtiges Rafting und nicht nur schippern (wie im Heide Park) und zweitens bekommt man am Ende einfach immer eine „Eimerdusche“ 😆
Die restlichen Fahrgeschäfte erinnern an klassische Dom-Fahrgeschäfte wie Airwolf, Kettenkarussell usw. Ein paar davon haben wir ausprobiert, andere ausgelassen. Aber allein die Zeus-Achterbahn war für uns schon das absolute Highlight – dafür hat sich der Parkbesuch definitiv gelohnt. Und einmal mehr haben wir gemerkt, wie sehr wir das Achterbahnfahren lieben. Six Flags wir kommen 🙃





Typhoon World
Im Anschluss ging es für uns dann in den Wasserpark. Dieser hier ist nochmal ein bisschen größer als der auf Han Thom und wir waren wirklich mehrere Stunden damit beschäftigt überhaupt jede Rutsche einmal auszuprobieren 😅 Und wir haben nicht mal JEDE Rutsche gemacht, denn es gab eine super hohe ganz steile – haben wir ausgelassen.
Fun Fact: zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich einige Rutschen nicht machen, weil ich zu LEICHT bin 😨 Überhaupt gibt es bei jeder Rutsche Gewichtsbeschränkungen (bei den 2er Rutschen oft 160kg) und man muss sich tatsächlich vor JEDEM Rutschen wiegen. Auch wenn das Maximalgewicht ganz offensichtlich nicht erreicht wird. Ich dachte direkt: Ah, das ist doch logisch; damit sich keiner diskriminiert fühlt. Aber das in Asien? I highly doubt it 🤭
Der Wasserpark ist auf jeden Fall einen Besuch wert und es hat super viel Spaß gemacht die ganzen verschiedenen Rutschen gemeinsam, auf Ringen oder alleine auszuprobieren. Die Vielfalt der Rutschen war klasse und es ist sicherlich für jeden etwas dabei. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß 😄



The Sea Shell
Zum Abschluss waren wir noch im Aquarium The Sea Shell – eines der fünftgrößten Aquarien der Welt. Hier gibt es viele kleine Aquarien mit den verschiedensten und ausgefallensten Fischen. Außerdem ein riesiges Becken mit Großfisch, wie verschiedenen Haien und Napoleonfisch. Die große Aquariumfassade ist schon gigantisch und auch der Tunnel sehenswert.
Es war auch mal cool die Namen von einigen Fischen zu lesen, die wir schon so oft beim Schnorcheln gesehen haben 🙂
Und: es gab tatsächlich Pinguine. Das fanden wir etwas übertrieben, vor allem weil selbst hier in der Indoor-Antarktis das Eis schon zu schmelzen beginnt…






Overall hat uns der VinWonders Park richtig gut gefallen. Es war vor allem für uns auch eine gelungene Abwechslung bei all dem Gym & Beach Life. Absolute Empfehlung!
Grand World
Ebenfalls im Norden der Insel liegt Phu Quocs Grand World – ein nachgebautes Venedig. Hier kann man durch italienische Straßen schlendern, sich in einer Gondel über den Fluss fahren lassen oder am Strand entspannen. Wahnsinn, was die hier alles aufgebaut haben und vor allem wie riesig das ist! Die meisten Häuser stehen leer, es gäbe sicherlich noch Platz für hunderte Shops und Restaurants. Ob das jemals alles vermietet sein wird? Wir glauben nicht.
Der Strand hier ist super schön. Gelber Sand, blaues Meer und super lang und breit. Bäume spenden Schatten und es gibt (natürlich) ein paar Strandbars. Von hier kann man auch perfekt den Sonnenuntergang beobachten!








Tien Son Dinh – der höchste Punkt von Phu Quoc
Wie überall, wollen wir natürlich auch auf Phu Quoc ein bisschen wandern. Viele Wanderrouten gibt es hier bisher aber nicht. Und so entscheiden wir uns auf den höchsten Punkt der Insel zu wandern.
Der Weg führt steil durch den Dschungel bergauf. Mann muss teilweise klettern oder über Leitern steigen. Nach 1,5 km oder rund 40 Minuten ist man aber schon oben. Also wirklich eine kleine Miniwanderung 😅
Von oben hat man einen herrlichen Blick über den Süden der Insel. Dafür lohnt sich der anstrengende aber kurze Aufstieg allemal. Wir haben hier auf jeden Fall unsere Frühstücksbowl bei bester Aussicht genossen ☺️










Vietnamese Chay Buffets
Am ersten Abend ist es uns super schwer gefallen etwas passendes zu essen zu finden. Und das war erstmal extrem enttäuschend, denn normalerweise ist die vietnamesische eine meiner Lieblingsküchen. Doch hier gab es überall nur Fleisch, es war teuer und das Personal sprach so gut wie kein Englisch 😅
So sind wir am ersten Abend in einer Noodlebar gelandet. Die nächsten Tage wollten wir dann aber nichts mehr dem Zufall überlassen und unser Freund und Helfer Google hat uns geflüstert, dass man in Vietnam nur nach dem Wort Chay (= vegetarisch) Ausschau halten muss 💡
Und so haben wir die kommenden Tage insgesamt drei Veggie Restaurants ausprobiert. Das tolle: in den Restaurants sind vegetarische Buffets aufgebaut und man kann sich im Self-Service selbst bedienen. Der Preis richtet sich meist nach der aufgefüllten Menge. Das war richtig, richtig gut und vor allem lecker! Es gab nicht nur ganz viel Gemüse, sondern auch verschiedene pflanzliche Eiweißquellen, wie Tofu und Seitan. Abwechslung garantiert! Im besten Restaurant haben wir pro Person für 1,35€ (all you can eat!) gegessen.







Insgesamt hat uns Phu Quoc sehr gut gefallen. Die Woche ging extrem schnell um und wir hätten gut und gerne noch länger bleiben können. Aber obwohl wir so viel Zeit haben, stehen wir mittlerweile ein bisschen unter Zeitdruck. Denn am 05.04. steht unser nächstes Date an ❤️
Was ich fast vergessen habe zu erwähnen: gleich bei uns ums Eck gibt es den KingKong Supermarkt. Ein riesiger Markt, der alles mögliche verkauft – vor allem aber vietnamesische Spezialitäten, wie Nüsse, Gewürze und Dried Fruits. Und glaubt uns: sowas haben wir noch nie gesehen! Dieser Markt war jeden Tag und Abend brechend voll mit Touris, die dort hunderte Euro ausgeben. Vor allem Chinesen, Koreaner und Russen. Es war ein absolutes Gedrängel und Gewusel – wenn man nur mal eben ein Wasser brauchte, hatte man schlechte Karten 😂
Und so ging unsere erste Woche in Vietnam zu Ende – voller Strände, guter Trainings, neuer Eindrücke und richtig leckerem Essen. Phu Quoc hat uns mit seiner Vielseitigkeit echt überrascht: Von einsamen Buchten über Freizeitparks bis hin zu den vegetarischen All-you-can-eat-Buffets war wirklich richtig viel gutes dabei. Jetzt sind wir gespannt, was die nächste Großstadt für uns bereithält 😌

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