Nach einer Woche hieß es für uns Abschied nehmen von Phu Quoc. Denn für uns ging es weiter nach Ho Chi Minh City

Leider hat Freddy sich den Magen verdorben oder einen Virus eingefangen, so dass die Reise für ihn erstmal sehr anstrengend war. Und auch die ersten beiden Tage, konnte er leider nicht allzu viel machen. Und so ging es für mich eineinhalb Tage alleine durch die Stadt. Zum Glück hatten wir drei Tage, so dass wir den letzten Tag noch gemeinsam ein paar Dinge anschauen konnten und Freddy auch noch etwas von der Stadt sah. 

Wir wohnen mitten in der Innenstadt in einem kleinen Apartment bei einer Familie im Haus. Eine Einliegerwohnung sozusagen 😅 Das Apartment befindet sich in einer kleinen Gasse; um hierher bzw. zurückzufinden braucht man schon eine gute Orientierung. Ich lieb das aber und fordere meinen Orientierungssinn immer total gerne heraus. Man fühlt sich hier auf jeden Fall richtig angekommen im authentischen Ho Chi Minh. 

Der Verkehr 

Was wir auf Phu Quoc schon gemerkt haben, bestätigte sich hier in der Stadt ums zehnfache: Vietnam macht seinem Ruf bzgl. Verkehr alle Ehre. Und uns wundert es überhaupt nicht, dass es das Land mit den meisten Verkehrstoten sein soll. Denn hier fährt einfach jeder wie er will. Es gibt keine Regeln. Und vor allem die Roller fahren einfach. Als Fußgänger musst du dich über die Straße schlängeln, sonst kommst du halt nicht rüber. Ich war keine 45 Minuten auf der Straße unterwegs, bis mit der erste Roller gegens Knie fuhr: Ich will die Straße überqueren, gucke in die Richtung aus der die Fahrzeuge kommen. Als keiner kommt, mache ich einen kleinen Schritt auf die Straße und von der anderen Seite (im Gegenverkehr also) kommt ein Roller an. Ich sag ja keine Regeln 😏

Local Gym

Zehn Minuten von unserer Unterkunft durch die kleinen Gassen befand sich ein richtiges local Gym. Es war spannend zwischen den ganzen Locals zu trainieren, auch wenn das Equipment hier teilweise wirklich alt war. All das macht uns immer nur noch stärker 💪

Vietnamesischer Kaffee 

Vietnam ist für seinen Kaffee bekannt. Und ich kann bestätigen: der Kaffee ist wirklich extrem lecker! Da sind spezielle Geschmäcker drin, die ihn einfach besonders machen. Es gibt drei Sorten die jeder mal probiert haben sollte: 

  • Coconut Coffee: Ganz einfach Kaffee mit Kokosmilch. Wer mich kennt, weiß dass ich meinen Kaffee nur schwarz trinke – hier hab ich aber mal eine Ausnahme gemacht. Schmeckt ganz ok, brauch ich aber nicht nochmal. 
  • Egg Coffee: Die Spezialität schlechthin. Und musste ich von daher natürlich unbedingt probieren. Man bekommt aufgeschäumte (süße) Milch, in die ein Ei verquirlt wird. Dazu dann einen Espresso Shot, den man selbst in die Milch einrührt. Schmeckt super süß, aber ganz lecker. Jeder der süßen Kaffee mag, wird das lieben. 
  • Salted Coffee: Die dritte Kaffeespezialität. Wie ein Latte Macchiato, nur mit leicht salziger Note. Für meinen Geschmack wieder zu viel Milch. Freddy mochte ihn total gern! 

Wer Kaffee liebt, sollte auf jeden Fall mal nach Vietnam! Es gibt generell auch total viele kleine und süße Cafés und man findet die Spezialitäten wirklich an jeder Ecke! 

Auf der Suche nach Proteinpulver

Die Eiweißversorgung in Asien, vor allem für Sportler und mich als Vegetarier, ist extrem herausfordernd. Nachdem wir in den ersten Monaten trotz so viel Training Muskeln abgebaut haben, setzen wir seit Kuala Lumpur doch auch auf Proteinpulver, um ein bisschen zu supplementieren und besser versorgt zu sein. Das bedeutet aber auch, dass wir in großen Städten immer direkt danach Ausschau halten müssen. Denn das gibt es natürlich nicht überall. Und so war es an einem Tag auch meine Mission unser nächstes Pulver zu finden 🧐 

Bei so einer Mission durch die Stadt erlebt und sieht man diese nochmal auf eine ganz andere Weise. Ich war in einem schönen Café und habe Egg Coffee probiert, war in verschiedenen Health und Drug Stores; bin durch kleine Gassen geschlendert und am Ende in einem Shop nur für Protein- und Trainingssupplements gelandet. Und so war die Suche glücklicherweise erfolgreich und wir haben die nächsten 900g Protein im Gepäck 💪 

Kriegsrestemuseum 

Am dritten Tag ging es Freddy endlich etwas besser und wir konnten gemeinsam durch die Stadt marschieren. Dabei besuchten wir auch das Museum zum Vietnamkrieg. Generell mögen wir beide sowas überhaupt nicht, aber da es eine so einschneidende Zeit mit so viel Einfluss auf dieses Land war, fühlten wir uns irgendwie verpflichtet dem Tribut zu zollen. Im Museum sind extrem viele echte Dinge, wie Jets, Panzer und Waffen ausgestellt. Außerdem ganz viele Fotos von schrecklichen Szenen und Bildern. Uns war es beiden wirklich zu viel. Wir haben uns jeden Part angesehen, waren aber auch froh, als wir hier wieder raus waren. Es ist und bleibt einfach deprimierend und erschütternd. 

Was hat Ho Chi Minh sonst zu bieten? 

Wir sind an dem Tag durch die Stadt geschlendert und haben uns alle Sehenswürdigkeiten angesehen. Am besten hat es uns aber in einem kleinen Café gefallen, von wo aus wir das Treiben auf der Straße beobachten konnten. 

Es gibt ein paar schöne Bauten aus französischen Kolonialzeiten, wie das alte Postoffice oder die Notre Dame Kathedrale. Letztere war bei unserem Besuch leider komplett verpackt, so dass wir davon gar nicht so viel sehen konnten 🥲 

Besonderer Friseur-Besuch

Direkt neben unserem Gym gibt es einen Friseur. Zwar keinen Salon, aber einen Friseur. Denn der Arbeitsplatz ist einfach auf dem Gehweg aufgebaut. Freddy ist ja immer auf der Suche nach den verrücktesten Barber-Shops und so musste ein Besuch hier natürlich drin sein!

Der Barber hat sich auf jeden Fall gefreut Freddy die Haare schön zu machen und sich extreme Mühe gegeben. Mit Maschine, Schere und Rasierer hat er in mühevoller Kleinst- und Detailarbeit Freddys Haare gekürzt. Am Ende war er richtig happy. Kosten: 4€ inklusive Trinkgeld 😄

Das berühmte Banh Mi 

Vietnam ist für seine gute Küche bekannt. Und eines landet immer wieder oben auf den Listen: das Banh Mi. Bestimmt ein Überbleibsel französischer Kolonialzeiten, handelt es sich dabei um ein belegtes Baguette, asiatisch angehaucht. Natürlich mussten auch wir das probieren, auch wenn (wie ihr wisst) weißes Baguette überhaupt nicht meins ist. 

Wir haben extra ein gutes Banh Mi Restaurant herausgesucht, in dem es auch ein gutes vegetarisches Baguette gab. Und so bestellte ich Veggie Banh Mi mit Tofu, Avocado und Gemüse. Freddy holte sich erst Grilled Chicken und dann noch Beef. Die waren wirklich lecker; Freddy schmeckte es sogar noch besser als mir. Wer also in Vietnam ist, sollte das definitiv einmal probieren. Letztendlich hat es so gut geschmeckt, dass wir uns am nächsten Tag zum Abschluss nochmal eins geholt haben ☺️

Und so endete dann auch unsere Zeit in Ho Chi Minh und damit in Vietnam – ganz traditionell mit einem Banh Mi. Denn von hier ging es direkt zum Airport. 


Eine Antwort zu „Zwischen Verkehrswahnsinn und vietnamesischer Lebensart: Ho Chi Minh City“

  1. Avatar von Sandra
    Sandra

    Danke für den schönen Bericht bzw. für die ganzen schönen Berichte. Ich lerne so viele schön Plätze durch euch kennen, das macht echt Spaß – auch wenn es „nur“ virtuell ist. ❤️😘🤩🥰

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