Nachdem wir ein paar Tage im Nordwesten Sumbas verbracht haben, sollte es für uns auch nochmal in den Südwesten gehen. Nach knapp zwei Stunden Fahrt kamen wir in unserem Homestay an.
Schon auf der Fahrt merkten wir, dass der Süden wesentlich grüner ist. Hier dominieren wieder Dschungelberge das Landschaftsbild, statt trockener Savanne. Und es wirkt noch abgeschiedener. Abgesehen von der kleinen Stadt Waikabubuk im Inland, gibt es nur noch kleine Dörfer, die nicht mal mehr richtige Shops haben; sondern nur noch die kleinen Mini-Tokos.
Unser Homestay verfügt über vier Bungalows im Marapu-Stil. Es liegt direkt am schönen Pantai Pahiwi. Ein Pool wird gerade gebaut, so dass wir leider Aussicht auf die Baustelle hatten 😅 Das kann aber auch ganz schön interessant sein, zu beobachten, wie Sumbanesen einen Pool bauen.


Abgesehen von unserem Hotel gibt es hier nichts. Wir sind richtig ab vom Schuss, so isoliert waren wir auf dieser Reise noch nicht. Es gibt nicht mal mehr mobiles Netz und das WiFi funktioniert auch nicht im Bungalow 😂 Und so fiel mir das Arbeiten zum ersten mal etwas schwerer, weil ich nur draußen auf der Terrasse arbeiten konnte; und da kamen abends die Moskitos 🦟
Der Roller ist hier mit 200k IDR viel teurer als überall sonst, so dass wir uns entschieden haben, erstmal nur einen Tag auszuleihen. Denn der Strand vor unserer Haustür war einfach schon bombastisch.
Pantai Pahiwi in Wanokaka
Der Strand ist um die 3km lang, super breit, besteht nur aus Sand und ist einfach traumhaft. Die Wellen sind riesig, aber kommen gleichmäßig flach an den Strand, so dass man auch als Nicht-Wellenfan super in der Brandung baden kann. Und dann diese Weite; wir lieben sie einfach. Der Strand erinnert uns total an unseren Lieblingsstrand Selong Belanak auf Lombok – nur dass hier keine Menschenseele ist und wir den Strand immer komplett für uns alleine hatten. Was will man mehr?






An unserem ersten Abend wurden wir hier von einem dicken Regenguss überrascht. Während wir noch in den Wellen toben und Spaß am Strand haben, zieht am Horizont der Regen auf – aber als Hamburger sind wir ja nicht aus Zucker 🤪
Um an den Strand zu kommen, muss man übrigens erstmal durch einen kleinen Fluss waten. Das haben wir auch noch nicht erlebt. Das Flussbett ist total locker, so das man bei einigen Schritten richtig Wadentief einsackt; das finden wir irgendwie gruselig 😅 Aber man gewöhnt sich an alles!





Mit dem Roller im Südwesten unterwegs
Einen Tag haben wir uns mit dem Roller auf Entdeckungstour begeben. Über Google Maps hatten wir ein paar Orte rausgesucht, die wir ansteuern wollten. Doch schon nach den ersten 5 Minuten merkten wir, dass man mit Maps hier nicht weit kommt. Wir wurden nämlich auf einen Wanderweg gelotst, wo selbst die Locals sagten: Hier geht’s nicht weiter 😂
Und so ging das eine ganze Weile. Viele Strände, die man auf Maps sehen kann, sind einfach noch nicht zugänglich und es führt keine Straße dorthin. Wir hätten nicht gedacht dass es sowas noch gibt!
Ich wollte ursprünglich unbedingt an den Nihiwatu Beach. Hier steht das Nihi Resort (ein unverschämt teures Luxusresort, bei Interesse guckt euch gerne mal deren Instagram-Account an: @nihi), dass Pferde frei am Strand hält. Bei Insta sieht das immer so toll aus, dass ich es gerne mit eigenen Augen gesehen hätte. Leider gibt es außer über das Resort keinen Zugang zum Strand. Schade ☹️
Die Fahrten waren teilweise abenteuerlich, aber wir haben zwei schöne Strände gefunden:
Rua Beach
Ein schöner Strand im Süden. Hier liegt ordentlich Seegras, aber sonst gibt es nicht viel. Fischer sitzen am Strand und bringen ihre Netze in Ordnung, Kinder graben nach Krebsen. Es gibt zwei Warungs, die aber nicht geöffnet hatten, als wir dort waren. Wir können uns vorstellen, dass der Strand bei Locals beliebt und hier am Wochenende viel los ist. Dafür sprechen auf jeden Fall die vielen Bintang Flaschen in den Mülleimern am Strandeingang.



Pantai Marosi
Der Pantai Marosi… was sollen wir sagen? Ein traumhafter Strand mit weißem Sand, türkisem Wasser, ein paar Felsen für die Optik. Und wieder menschenleer. Obwohl: Bei unserer Ankunft, kam direkt ein junger Local mit zwei Kokosnüssen von irgendwoher (die Indonesier kommen immer auf einmal von irgendwoher und du weißt nicht, woher 🤷♀️) – wie gut hat das gepasst, denn es war gerade Mittagszeit! So konnten wir Kokosnuss-schlürfend diesen wunderbaren Ort ganz für uns genießen 🥰










Blessing Reframed
Hier Südwesten von Sumba ist es noch schwerer Restaurants zu finden, als im Norden. Es gibt, wenn überhaupt, nur noch ganz kleine Mini Rumah Makans. Und in einem waren wir am Abend unserer Rollertour: Rumah Makan Blessing. Das hat für uns eine ganz besondere Bedeutung, denn mit dem „Blessing“ haben wir so unsere (negativen) Erfahrungen.
Als wir 2018 nach Labuan Bajo kamen, wurden wir von unserem gebuchten Hotel am Airport abgeholt. Das informierte uns, dass es im Hotel angeblich einen Wasserschaden gab und wir deshalb umgebucht wurden. Natürlich in ein gleichwertiges Hotel: Das Blessing. Nie werden wir vergessen, wie trostlos dieses Hotel schon von Außen aussah und vor allem nicht, wie uns hunderte Moskitos entgegen schwirrten, als wir die Zimmertür öffneten. Und so sind wir verzweifelt durch Labuan Bajo gelaufen, um ein Zimmer zu finden, weil wir dort definitiv nicht mal eine Nacht bleiben wollten. Am Ende sind wir im Chaos Hotel gelandet 🙏
Es war nun also Zeit endlich eine positive Assoziation mit dem „Blessing“ herzustellen. Und das hat das kleine Warung geschafft! Wir haben uns richtig gegönnt und vier Gerichte bestellt: Nasi Goreng, Fuyunghai, CapCay und Kwetiau Goreng, und das alles für 75k IDR (ca. 4,40€). Alles war mega lecker und so können wir endlich etwas Frieden mit dem Wort „Blessing“ finden ☺️



Unser Homestay Three Queens Villa
Heute wollen wir auch mal ein paar Worte zu unserem Homestay verlieren. Einfach weil es für uns alles so komisch war. Und manchmal macht das Schreiben ja einiges klarer. Das Hotel hat eine super Lage mit vier Bungalows direkt am Strand. Eigentlich hat man von der Veranda auch einen tollen Blick aufs Meer; hier wird aber gerade der Pool gebaut, so dass wir leider Aussicht auf eine Baustelle hatten (was wir natürlich nicht wussten). Macht aber nichts, sowas passiert.
Die Ownerin des Hotels war super westlich; mit schicker teurer Markenkleidung, perfekt geschminkt und Gucci-Sonnenbrille – das passt hier irgendwie so gar nicht hin. Über ihrer Eingangstür hängt ein Foto mit ihrem Mann vor einem Gemälde im Napoleon-Stil. Aber jeder wie er mag!
Als wir am Abend zum Dinner keinen Fisch für 200k bestellen wollten, bot sie uns Tofu und Tempeh mit Veggies an, die „not expensive“ sein sollten; einen genauen Preis konnte sie uns nicht nennen 😂 Naja, das kennen wir von hier; viele können einfach nicht gut rechnen. Am Ende kostete das ganze 120k IDR, was ungefähr dem doppelten normalen Preis entspricht.
Frühstück sollte man abends vorbestellen; doch keinmal war das Frühstück zur vereinbarten Zeit fertig und man musste morgens nochmal bestellen 😅 Aber wir sind auf Reisen, haben Zeit und sehen sowas ganz gelassen. Den Sinn einer Vorbestellung verstehen wir dann aber nicht.
Das Kurioseste: Wir haben nach einem Transport zum Airport gefragt und sie teilte uns mit, dass andere Gäste den gleichen Flug haben und wir uns den Transport also teilen könnten. Umso besser, dachten wir – so können wir mal ein wenig Transportkosten sparen. Pustekuchen. Die Frau wollte von uns den gleichen Preis, wie für ein privates Auto. Das Auto sollte also 1 Mio. IDR kosten (je Pärchen 500k) und wenn wir alleine fahren, sollten wir auch 500k zahlen. Das wären „ihre rules“, erklären konnte sie uns diese aber nicht. Kann jemand von euch da vielleicht nachhelfen? 😂

Ansonsten ist der Süden von Sumba super interessant, extrem isoliert, unberührt und einfach unbeschreiblich schön 🏝️ Selten haben wir so eine Natur erlebt, die noch völlig untouched ist. Wir hoffen inständig, dass das noch länger so bleibt. Alles weitere folgt dann in unserem Inselfazit! ✌️

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