Nach unseren sechs wunderbar entspannten Tagen auf der Insel Gam, ging es für uns zu unserem zweiten Stopp im Raja Ampat Archipel – auf die Fam Islands. Diese liegen nochmal gute zwei Stunden Fahrt Richtung Westen. Wir wurden von unserem Host Perez abgeholt und dann ging es mit unserer Nussschale über den Ozean. Auch bei wenig Wellengang ist das definitiv ein Abenteuer und man fragt sich das ein oder andere mal, was wohl passiert, wenn die Wellen nur ein bisschen größer werden 😉
Aber Perez ist ein super Bootsmann und so sind wir auch heil und unversehrt an unserem Homestay im Westen der Insel Fam angekommen.
Die Begrüßung
Schon als wir uns dem Homestay näherten, sahen wir vom Wasser aus, dass viele Leute am Strand standen und uns erwarteten. Perez drehte eine kleine Ehrenrunde, und als wir schließlich anlegten, wurden wir von einem echten Begrüßungskomitee empfangen. Musiker spielten traditionelle Melodien, während wir mit Blumen geschmückt und geweiht wurden. Die ganze Familie tanzte und begleitete uns fröhlich zu unserem Bungalow – ein unvergesslicher Empfang, wie wir ihn noch nie zuvor erlebt haben.



Das Fam Homestay hat zwei Over Water Bungalows mit einem Shared Bathroom. Unser Bungalow war richtig geräumig und lag super schön an einem weißen Sandstrand und bei Flut sogar komplett über Wasser. Das geteilte Badezimmer ist auch total schön gemacht und besteht aus zwei separaten Räumen: einer (westlichen) Toilette – sogar mit Klobrille! – und einem Duschraum. Wir können schonmal vorwegnehmen: Wir waren die kompletten sechs Tage alleine und mussten das Bad somit mit niemandem teilen 😁
Generell ist das gesamte Homestay extrem liebevoll und detailreich gestaltet. Die Wege sind mit selbstgebauten Zäunen dekoriert, überall liegen oder hängen Muscheln und Pflanzen. Wir wussten wieder direkt: Hier haben wir erneut einen Glücksgriff gemacht und werden uns wohlfühlen.








Von unserem Bungalow hat man einen tollen Blick aufs Meer, die umliegenden Inseln und vor allem das Riff. Es gibt nichts besseres, als direkt am Morgen die Fische beobachten zu können. Oder beim Sport. Oder beim Yoga. Oder beim Arbeiten. Oder auch einfach so zwischendurch. Das Leben kann so schön sein.
Und nicht nur der Blick aufs Riff von unserem Bungalow war toll – auch die Sonnenauf- und -untergänge konnten wir hier täglich genießen. Und auch die konnten sich sehen lassen!







Die Insel Fam
Anders als an unserem letzten Standort auf Gam, kann man auf Fam auch ein bisschen weiter zu Fuß unterwegs sein. Das gefällt uns beiden Wanderern natürlich besonders gut und wir hatten schon ein bisschen Hummeln im Mors mal wieder richtig zu marschieren 😃
Von unserem Homestay gelangt man in guten 10 Minuten am Strand in das kleine Dorf Saupapir. Hier gibt es auch eine kleine Schule und Kirche, aber nicht mal einen Shop. Der Altersdurchschnitt liegt hier wahrscheinlich bei 25 oder so, denn man sieht hauptsächlich Kinder… und wirklich kaum alte Menschen.



Von Saupapir kann man einem kleinen Weg durch den Dschungel zur Nordküste folgen. Hier findet man Mangroven und einen Jetty, der etwas in die ruhige Bucht ragt von dem man einen schönen Blick auf die gegenüberliegende Insel Meos Ambower hat. Als wir dort waren, war das Wasser ganz ruhig und so auch die Umgebung. Alles wirkte extrem friedlich und vom Steg konnten wir die Fische im Wasser beobachten. Herrlich 🥰




Wenn man von Saupapir einem kleinen Trail Richtung Osten folgt, kommt man nach knapp 6 km durch den Dschungel nach Saukabu und damit an die Ostküste der Insel Fam. Das Dorf ist etwas “größer” und es gibt hier sogar 4-5 Homestays. Der Strand ist traumhaft schön, ganz weiß und weich, das Meer kristallklar. Die Homestays hatten wir auch alle angefragt und es hätte gut sein können, dass wir hier gelandet wären. Am Ende sind wir aber super froh, dass wir dort hinten am Ende der Welt im Fam Homestay untergekommen sind – ganz alleine mit der Natur (und Perez und seiner Familie).




Schnorcheln rund um die Fam Islands
Wir haben während unseres Aufenthalts hier verschiedenste Schnorchelspots besucht. Jedes Riff war dabei komplett anders und bietet eine komplett neue Unterwasserwelt. Manchmal gibt es mehr bunte Korallen, manchmal viele bunte Fische. Manchmal riesige Fischschwärme, manchmal eher große einzelne Fische. Aber jedes Mal, wenn wir die Schnorchelbrille aufgesetzt haben, kamen wir danach bereicherter und total begeistert aus dem Wasser, weil wir wieder irgendetwas neues entdeckt haben.
Unser Hausriff
Auch hier hatten wir wieder direkt vor der Haustür ein wunderschönes Hausriff. Diesmal sogar noch näher, denn von unserer Terrasse konnten wir das Riff und die Fische schon sehen. Und so waren wir auch hier täglich schnorcheln und haben die Unterwasserwelt genossen. Das Gute an so einem Hausriff ist, dass man zum einen alle Zeit der Welt hat und sich zum anderen an die Umgebung gewöhnt. Dadurch kann man die Unterwasserwelt viel detaillierter beobachten und findet immer wieder etwas neues.
Rufas Island
Rufas Island liegt in unmittelbarer Nähe von Piaynemo und ist bekannt für die beeindruckende Lagune in der Mitte der Insel. Von oben bietet sie ein atemberaubendes Fotomotiv mit türkisfarbenem Wasser, umgeben von grünen Hügeln. Bei näherem Hinsehen hat die Insel für uns persönlich jedoch etwas an Charme verloren: Das Rufas Homestay hat inzwischen über zehn Bungalows, und die Bautätigkeiten gehen weiter. Das Schnorcheln an der Kante der Insel war aber klasse.

Melissa’s Garden
Melissa’s Garden ist einer der berühmtesten Tauch- und Schnorchelplätze in Raja Ampat. Dieser Spot zeichnet sich durch seine außergewöhnlich vielfältigen und farbenfrohen Korallengärten aus. Die flachen Riffe sind dicht bewachsen mit Hart- und Weichkorallen, in denen unzählige Fischarten und andere Meereslebewesen leben. Als wir dort waren, war das Meer recht unruhig und die Strömung stark. Und es war das erste Mal relativ voll; es waren schon so an die zehn Boote am Spot. Wir haben hier aber super viele, vor allem große Fische, gesehen.
Pulau Keruwo
Die kleine Insel liegt mitten im Nirgendwo und wir sind mit Perez an der einen Seite der Insel komplett entlang geschnorchelt. Hier waren vor allem die Korallen wieder atemberaubend und vielfältig. An der Insel ging der Fels ins Wasser und direkt unter der Wasseroberfläche begannen bereits die Korallen, mit Höhlen und Schlupflöchern, in denen sich die kleinen Fische tümmelten. Auf der anderen Seite des Riffs ging es steil runter in die Tiefen des Meeres. Hier haben wir auch Taucher gesehen, was mal etwas anderes war.
Pulau Miosba
Pulau Miosba ist eine weitere Insel gegenüber von Fam, an dessen Küste wir bei unserer Manta-Suche geschnorchelt sind. Hier war das Wasser und Riff recht tief, wir waren eigentlich schon richtig auf dem Meer. Die Korallen waren kein Teppich, sondern eher einzeln als Berge aufgebaut. Hier haben wir super viel Großfisch gesehen: drei Schildkröten, drei Schwarzspitzenriffhaie und mehrere Napoleonfisch.
Andau Kecil und Andau Besar
Andau Kecil und Andau Besar sind zwei benachbarte Inseln, die gegenüber von unserem Homestay auf Fam liegen. „Kecil“ bedeutet „klein“ und „Besar“ bedeutet „groß“ auf Indonesisch. An der einen Insel zieht sich ein riesiger Korallenteppich entlang, der so viele verschiedene Arten beherbergt, dass du immer wieder staunen musst, was die Natur nicht alles zu bieten hat.



Fambemuks Jetty
Völlig überraschend war dieser Schnorchelspot für uns. Eines Morgens kam Perez zu uns und fragte, ob wir Lust haben, mit ihm nach Fambemuk zum Schnorcheln zu kommen. Er müsse dort eh Wasser kaufen, deswegen könne er uns mitnehmen und wir könnten und direkt auch noch das Dorf anschauen. Fambemuk ist nämlich die besiedelste Insel der Fam Islands. Da waren wir natürlich dabei!



Von Fambemuk startet auch das Cargoboat von einem relativ großen Pier. Und genau hier sollten wir mit ihm ins Wasser. Da waren wir erst doch etwas skeptisch… der Anblick unter Wasser war dann aber mal sowas von einmalig: Die Streben des Piers sind überhäuft von ganz besonderen Korallen, die wir so noch überhaupt nicht gesehen haben. Unter dem Pier sind Fischschwärme mit Milliarden Fischen: ganz kleine und größere, und ganz verschiedene Arten. In der Tiefe tauchen riesige Thunfische und in den Korallen verstecken sich Oktopusse. Das war echt Wahnsinn!
Unsere Highlights beim Schnorcheln um die Fam Islands:
- Turtles: Fast bei jedem Schnorchelgang konnten wir an unserem Hausriff Schildkröten beobachten. Einmal hat die Turtle sogar ganz genüsslich an den Korallen gefuttert und sich von uns überhaupt nicht stören lassen. Auch bei den anderen Spots haben wir immer wieder Schildkröten gesehen.
- Haie: Wir haben insgesamt nochmal drei große Riffhaie und Freddy hat zusätzlich noch einen kleineren an unserem Hausriff gesehen.
- Stachelrochen: Ganz genau vor unserem Bungalow ist ein kleiner Stachelrochen vorbeigekommen ☺️
- Baby Sharks: Und auch eine kleine Schule an Baby Haien haben wir an zwei Abenden an unserem Bungalow schwimmen gesehen. So toll!
- Napoleonfisch: Diese riesigen Fische haben wir auch auf mehreren Schnorchelgängen beobachten dürfen. Sehr beeindruckend.
Die Sache mit den Mantas
Jeder weiß, dass Mantas etwas ganz besonderes sind. Und jeder, der uns kennt weiß auch, dass wir bisher eher kein Glück bei der Manta-Sichtung hatten. So waren wir zum Beispiel 2019 im Komodo-Nationalpark auch leer ausgegangen. In Raja Ampat sind Mantas zu Hause. Und gerade um die Fam Islands tummeln sie sich eigentlich immer. Und so sind wir auch mit Perez zum “Manta Snorkeling” los. Er und sein Bruder haben sich extreme Mühe gegeben, sind alle Strömungen und Spots mehrmals angefahren. Am späten Nachmittag sind wir sogar nochmal raus, weil sie sich da noch eher blicken lassen. Aber leider hatten wir kein Glück. So ist die Natur. Sometimes you’re lucky, sometimes not. So hatten wir auf jeden Fall eine richtig schöne Sunset-Bootstour. Und muss ja irgendwie auch wieder einen Grund geben, zurückzukehren.


Noch ein Traum wird wahr: Piaynemo
Immer wenn es irgendwo um Raja Ampat geht, werden die grünen Hügel im Wasser gezeigt. Das ist Wayag. Wayag liegt ungefähr 300km von Waisai entfernt, ist nur mit dem Boot erreichbar und wahrscheinlich wirklich das Ende der Welt. Der Ausflug von den Fam Islands dorthin kostet ungefähr 10 Millionen IDR (ca. 600€). Wie gut, dass es noch Piaynemo gibt – sozusagen die kleine Schwester von Wayag. Und selbst der Ausflug kostete uns schon 1 Million IDR (also ca. 60€) – aber inklusive Schnorchstopps an Rufas Island, Melissas Garden und Pulau Keruwo.
Wir sind gegen 7 Uhr an unserem Homestay los. Die Fahrt dauerte etwas 40 Minuten und so kamen wir schon recht früh in Piaynemo an. Die Insel ist eigentlich super groß und an der Nordseite findet man diese kleine Mulde mit den schönen grünen Felsen in der Bucht. Als wir dort ankamen waren wir tatsächlich die ersten und so hatten wir das Glück den Viewpoint ganz für uns alleine zu haben. Mit dem Morgenlicht herrschte eine ganz besondere Stimmung, die das Ganze für uns besonders magisch gemacht hat. Ich wollte hier schon immer her, und auf einmal ist man dort. Kann mich mal bitte jemand kneifen?











Wir hatten auch noch genug Zeit, um Drohni einmal steigen zu lassen. Leider haben wir verplant, dass man den Sportmodus einstellen muss, um richtig hoch zu fliegen. So war bei 120m Schluss und wir haben leider gar nicht alles raufbekommen. Aber egal – die Bilder sind trotzdem schön und vor allem der Moment vor Ort war einmalig.



Die Sache mit der Ratte
Gleich in der ersten Nacht sind wir irgendwann gegen 4 Uhr durch ein lautes Poltern aufgewacht. Danach hörten wir weitere Geräusche, die so klangen, als wenn jemand etwas über den Boden schiebt. Freddy ist irgendwann mutig raus, hat den Bungalow abgesucht und letztendlich die Ratte von unseren Rucksäcken verschreckt.
Nachdem wir die Lage im Bungalow gecheckt haben, ist uns klar geworden, dass die Ratte einmal an unsere Nusstüte wollte und zweitens an die Mini-Bananen in meiner Lunchbox. Hier war die Ratte auch ordentlich zu Gange und hat versucht den Deckel aufzuknabbern 🫣 Das war irgendwie super eklig und so richtig gut konnten wir die restliche Nacht nicht mehr schlafen. Naja, wir wollen ja immer das Abenteuer…
Wie gut, dass Perez uns am nächsten Tag einen Topf für unsere Snacks gegeben hat. Und so können wir berichten, dass wir die nächsten fünf Nächte keinen weiteren Besuch mehr von der Ratte hatten. Zumindest keinen, den wir bemerkt haben 😉


Exkurs: Das Essen
Auch hier wurden wir wieder mit drei Mahlzeiten am Tag verwöhnt. Das Essen war super lecker und vielfältig, aber nicht ganz so abwechslungsreich und raffiniert wie im ersten Homestay. Dafür war das Frühstück besser. Von der Raja Ampat Diät können wir aber weiterhin nicht berichteten, und so kommen wir wohl genährt wieder zurück in die Zivilisation.












Denn nach 12 Tagen im Paradies, geht es für uns wieder zurück nach Sorong ☹️Die Zeit verging unglaublich schnell und wir hätten niemals gedacht, dass uns an einem so einsamen Ort nicht langweilig wird. Aber wir hatten ja alles, was man braucht: gutes Essen, das Riff vor der Tür, unser SmartWorkout-Set für Training und natürlich uns beide ❤️
Und so verlassen wir unser Paradies mit einem kleinen weinenden Auge 😪








Schreibe einen Kommentar