Von Vang Vieng ging es für uns mit dem Zug erst einmal nach Luang Prabang. Das dauerte entspannte 50 Minuten; der Zug war recht ähnlich wie ein ICE in Deutschland. In Luang Prabang angekommen, mussten wir erstmal suchen, wie wir weiterkommen. Denn unsere Reise sollte hier nicht enden: wir wollten weiter in den Norden ins kleine Bergdorf Nong Khiaw

Am Bahnhof fragten wir uns also durch und fuhren letztendlich erstmal mit dem TukTuk zum Northern Bus Terminal. Hier konnten wir dann Tickets für den Minibus nach Nong Khiaw kaufen. Und wir hatten Glück: der Bus war schon fast voll und so wurde unser Gepäck noch mit aufs Dach gehievt und das Festzurren begann direkt. Wir mussten nur knapp 30 Minuten warten, bevor es dann losging. Ziemlich eng saßen wir dort zusammen mit Locals, anderen Backpackern auf Fischen in Styropor und neben Blütenblättern in Säcken, die auch noch die Heimat Hunderter Ameisen waren 🤣 Für die 144 km braucht man gute 4-5 Stunden; eine Autobahn gibt es hier nicht mehr. Es geht über eine relativ schlecht erhaltene kleine Straße rauf in den Norden. 

Aber wir haben es geschafft und kamen am frühen Nachmittag im Dorf Nong Khiaw an. Das Dorf liegt am Nam Ou River malerisch eingebuchtet in grüne Hügel. Unser Hotel, ein Guesthouse, liegt direkt am Fluss mit Bambusbungalows für 11€ die Nacht 😅 

Den ersten Nachmittag haben wir entspannt und das Dorf ein wenig erkundet. Hier hat sich schon eine richtige Backpacker-Wanderer-Infrastruktur entwickelt. Es gibt Restaurants und jede Menge Touranbieter, die Ein- oder Mehrtagestouren anbieten. Außerdem wird hier unglaublich viel gebaut. Das einst verschlafene Dorf ist also mächtig am wachsen. Und das hört man leider den ganzen Tag – finden wir etwas schade, weil der Lärm dem Ort das gemütliche raubt. 

Das Coole an dem Ort aber ist: man kann einfach vom Hotel aus loswandern und die umliegenden Berge besteigen. Ganz ohne Guide. Es gibt vier Viewpoints in der direkten Umgebung: 

  • Som Nang View 
  • Pha Daeng Peak
  • Nang None
  • Pha Khao

Wir haben die kommenden drei Tage genutzt, um diese Viewpoints zu erwandern. Einen mussten wir also auslassen und das war der bekannteste und einfachste (natürlich 🤪): Som Nang. 

Slow Mornings

Freddy ist immer noch erkältet, also lassen wir es ruhig angehen. Wir haben hier eine kleine Kaltfront erwischt und so erreichen wir in der Nacht tatsächlich eine Tiefsttemperatur von 14 Grad 🥶 Für uns bitterkalt! Am Tag geht’s dann zum Glück rauf auf 25 Grad, trotzdem mussten wir so nicht früh morgens los. Und so haben wir unsere Slow Mornings hier total genossen und die Tage ganz gemütlich im Bett mit Filmen oder etwas Arbeit gestartet ☺️  

Pha Daeng Peak

Am späten Vormittag ging es dann los. Rauf zum ersten Viewpoint Pha Daeng. Der Aufstieg dauert etwa 60 Minuten und geht recht steil über Stock und Stein im Wald den Berg hinauf. Von oben hat man eine herrliche Aussicht aufs Dorf mit der schönen Flussbiegung und die umliegende Berglandschaft. Die Landschaft ist hier wirklich wieder traumhaft! Die lässt nicht nur jedes Wanderherz höher schlagen. Wir könnten auch einfach stundenlang dort oben sitzen und die wunderbare Aussicht genießen.

Das Wandern bringt auch super Spaß, die Wege sind leer und man trifft kaum Menschen. Für Freddy ist es noch etwas anstrengender, aber die frische Luft tut gut! 

Stats zum Pha Daeng Viewpoint:

  • Dauer (Auf- und Abstieg): 2 Stunden
  • Gesamtlänge: 6 km
  • Zurückgelegte Höhenmeter: 482 m
  • Höhe Top: 812 m

Den Nachmittag verbringen wir mit Supermarkt-Sightseeing auf Milch und Nuss-Suche für unser Frühstück. Denn trotz recht guter Infrastruktur gibt es hier keine richtigen Supermärkte – nur kleine private Kioske. Gefunden haben wir leider nur gesüßte Mandelmilch (wir werdens überleben), aber keine naturellen Nüsse. Es gibt einfach NUR gesalzenen Snacknüsse… oder Cashews, die aber leider gar nicht mehr gut aussahen. Dann müssen die restlichen Erdnüsse aus unserem Vorrat für die Tage hier eben reichen 🤷‍♀️

Nang None

Am zweiten Tag ging es wieder entspannt am Vormittag los, auf zum zweiten Viewpoint auf unser Liste: Nang None oder auch Sleeping Lady genannt. Der Aufstieg ist ganz anders, als der am Vortag. Es geht mehr über Felsen, und es wird anstrengend für die Oberschenkel 😅 Aber nach guten 15 Minuten erreichen wir bereits den ersten Viewpoint, an dem wir unsere Frühstückspause machen. Bei toller Aussicht genießen wir unsere leckere Bowl aus Haferflocken, Nüssen, Samen und frischen Fruits. Heute: Mango & Dragonfruit 😋 

Danach geht’s 45 Minuten weiter bergauf bis zum Top. Und auch von hier hat man wieder eine traumhafte Aussicht aufs Dorf, den Nam Ou River und die umliegenden Berge. Das Schöne: Heute aus einer ganz anderen Perspektive! Am „Gipfel“ genießen wir die Sonne und entspannen eine gute Stunde, bevor es wieder runtergeht. 

Stats zum Nang None Viewpoint:

  • Dauer (Auf- und Abstieg): 2 Stunden
  • Gesamtlänge: 6 km
  • Zurückgelegte Höhenmeter: 441 m
  • Höhe Top: 705 m

Vorm Abendessen gönnen wir uns dann noch eine entspannende Massage für 6,50€ pro Stunde. Was will man mehr?

Pha Khao

Für den letzten Tag haben wir uns den schwierigsten Viewpoint aufgehoben. Am frühen Vormittag haben wir uns auf den Weg gemacht und sind in guten zwei Stunden über lehmige Stufen, Felsen und Sand den Berg hinauf gewandert. Wir waren den kompletten Weg alleine und richtig mitten in der Natur. Das hat Spaß gemacht! 

Am Gipfel angekommen gab es wieder unser verdientes Frühstück. Heutige Fruchtauswahl: Mango, Khaki, Pflaume, x und Longan. Super lecker! 

Und auch von hier oben hatten wir wieder eine komplett andere Perspektive. Dritter Viewpoint, dritter Berg, dritte Perspektive. Richtig gut!

Stats zum Pha Khao Viewpoint:

  • Dauer (Auf- und Abstieg): 3 Stunden
  • Gesamtlänge: 8,5 km
  • Zurückgelegte Höhenmeter: 798 m
  • Höhe Top: 1104 m

Wieder unten, haben wir einen entspannten Nachmittag in der Hängematte verbracht. Am Abend ging es dann nochmal in unser Lieblingsrestaurant. Denn hier in Nong Khiaw haben wir tatsächlich das bisher beste Restaurant der Reise entdeckt! An zwei Abenden gab es hier für uns Red Curry, Kao Soy Noodle Soup, Fresh Spring Rolls, Green Curry und Fried Glass Noodles. Alles extrem lecker, gute Portionen zu vernünftigen Preisen. 

Ursprünglich hatten wir geplant, dass wir von hier eine mehrtägige Trekkingtour in die Berge unternehmen. Aber leider ist Freddy immer noch nicht 100 % fit – und dann macht das einfach keinen Sinn. Außerdem: wir haben irgendwie die Schnauze vom staubigen Inland voll und wollen wieder ans Meer! In Asien wird ja generell viel gefackelt, es brennt eigentlich immer und überall irgendwo ein Feuer. Hier in Laos ist das meist Laub oder Palmenblätter. Das wird einfach zusammengefegt und angezündet. Und das qualmt tierisch! Hier ist kein Wind, die Straßen sind staubig, und so hängt einfach durchgehend eine Qualmwolke in der Luft. Das tut vor allem Freddys (aber natürlich niemandes) Atemwege gut. Also werfen wir alle unsere Pläne über den Haufen und fahren ans Meer 🌊😍 

Aber erstmal müssen wir zurück nach Luang Prabang… 


3 Antworten zu „Auf Viewpoint-Jagd in Nong Khiaw“

  1. Avatar von Nati
    Nati

    Eine dieser Aussichten, an die man sich immer erinnern wird. Wunderschön! Echt blöd, das eure Laos-Zeit von Erkältung geprägt war, aber irgendwie gehört auch das zum Reisen dazu. Am Meer werdet ihr euch erholen ❤️

  2. Avatar von Wolfgang M.
    Wolfgang M.

    Echt wunderschön, diese Landschaft. Und auch wohl etwas anstrengend, die Wanderungen! Man sieht es an den Schuhen ! Das sind keine Sandalen oder Turnschuhe. Ist jetzt alles wieder gut bei dir, mein Sohn? Also gesund und munter ? Bleibt weiterhin so gut drauf und glücklich und zufrieden und zeigt es uns mit tollen Eindrücken.

    1. Avatar von bianca

      Wir sind beide wieder komplett fit! 💪

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