Sorong, die westlichste Stadt Papuas, ist für viele Reisende der erste Stopp auf dem Weg ins unberührte Paradies von Raja Ampat. Obwohl Sorong als „Tor zu Raja Ampat“ bekannt ist, haben wir schnell gemerkt, dass die Stadt selbst wenig von der Ruhe und Schönheit des Archipels widerspiegelt. Dennoch war der Zwischenstopp eine Erfahrung, die wir nicht missen möchten.

Highlights 

Sorong wird niemals unsere Lieblingsstadt, ein paar Highlights während unseres Aufenthalts gab es dann aber doch: 

  • Ein bisschen Luxus: Nach zwei Wochen ohne Spiegel, mit Bucket Shower und ohne Klospülung kann so eine Regendusche schon ein Highlight sein 😂
  • Das Gym im Hotel war wirklich 1A! Ein so gut und modern ausgestattetes Studio hatten wir bisher noch nicht. Es hat richtig Spaß gemacht hier zu trainieren und es gab (fast) alle Geräte. 
  • Frühstück: Das Frühstücksbuffet ließ wirklich keine Wünsche offen. Von herzhaft bis süß gab es alles, was das Herz begehren könnte. So konnten wir nach dem Training richtig ausgiebig frühstücken. 

Downsides

  • Die Stadt als Herausforderung: Sorong ist laut, stickig, chaotisch und dreckig. Das ständige Angestarrt-Werden und die neugierigen Kommentare der Einheimischen können auf Dauer anstrengend sein. Hupende Roller haben unseren Stadtspaziergang schnell zu einer echten Geduldsprobe gemacht. 
  • Nachlässigkeit rächt sich: Nach acht Wochen Reisen ohne Zwischenfall, hatten wir in Sorong unser Geld nicht im Safe verstaut 🤦‍♀️ Ein Hotelmitarbeiter kam in unser Zimmer und klaute einen 100€-Schein. Nach einem echten Krimi mit Überwachungskameras und Konfrontationen erhielten wir den Betrag in Rupiah zurück und zusätzlich eine Nacht erstattet – eine überraschende Wendung, die letztlich für ein versöhnliches Ende sorgte.
  • Pool ohne Privatsphäre: Selbst in der vermeintlichen Ruhe am Pool konnten wir diesmal nicht so richtig entspannen. Heimliche „Fotografen“ und neugierige Kinder haben dafür gesorgt, dass wir auch hier nicht wirklich abschalten konnten.

Kultur & Menschen 

In Sorong lebt irgendwie ein bestimmter Schlag Menschen. Von freundlich über erschrocken bis skeptisch sind wir hier fast allem begegnet. Insgesamt wurden wir aber nicht so herzlich empfangen, wie in allen anderen Teilen Indonesiens und haben uns auf der Straße daher auch zum ersten Mal nicht so richtig wohlgefühlt. 

Es gibt hier sogar wirklich heruntergekommene Leute, die in einem verlassenen Haus (für uns die Crackhöhle) rumlungern und komische Gesten machten. 

Der Hotelmanager und Personaler waren hingegen super freundlich und zuvorkommend. Ist aber natürlich auch ihr Job 😅

Fitness & Gesundheit 

Wir hatten das Glück eines ausgezeichnetes Gyms in unserem Hotel, so dass wir zwei Tage richtig gut trainieren konnten. Das hat Spaß gemacht! 

Mehr können wir hierzu sonst auch gar nicht sagen, dafür reichen zwei Tage einfach nicht aus. 

Food 

Restaurants gibt es in Sorong eher weniger. Wir haben (fast) keine gesehen. Dafür gibt es jede Menge Streetfood und Lalapan-Stände. Besonders beliebt ist hier „Tempeh Penyet“ – du bekommst gebratenen Tofu und Tempeh, zusammen mit etwas Kohl, Bohnen, Gurken, Thai-Basilikum und einer schönen Portion allerbesten Sambals 😋 

Ich lieb den Sambal so sehr, weil er einfach einen fantastischen, frischen Geschmack hat. Er ist aber leider so scharf, dass ich Bauchschmerzen davon bekomme; trotzdem kann ich’s einfach nicht sein lassen 😂 

Auch Kuchen und „Milchbrötchen“ sind hier wieder sehr beliebt. Und ansonsten gibt es natürlich das standardmäßige indonesische Essen. 

Kosten 

Die Hotels sind im Vergleich etwas teurer, was wahrscheinlich daran liegt, dass es einfach nicht so viele gibt. Ansonsten ist aber Essen und vor allem der Transport hier sehr günstig. 

Preisbeispiele: 

  • Hotel: 650k IDR (ca. 38€)
  • Nasi Goreng: 20k IDR (ca. 1,20€)
  • Tempeh Penyet: 15k IDR (ca. 0,90€)
  • Taxi Innenstadt-Airport 6 km: 30k IDR (ca. 1,80€)

Good to Know

Sorong ist keine schöne Stadt. Es ist laut und dreckig und man findet hier kaum Orte, an denen man mal verschnaufen kann. Generell ist alles ziemlich heruntergekommen; die Häuser, Gassen und sogar Kirchen. Für eine Nacht auf der Durchreise nach Raja Ampat lässt es sich aber aushalten und ist wiederum auch eine wertvolle Erfahrung. Du wirst wieder daran erinnert, wie privilegiert du eigentlich bist, wenn du siehst, wie die Menschen hier leben. 

Hier ein paar Tipps für deinen Aufenthalt: 

  • Buche dir ein gutes Hotel: So kannst du, wenn es dir zu viel wird, dem Lärm entkommen. Achte auch auf die Ausstattung, sonst kann es passieren, dass du nur eine Hocktoilette hast 😉 Wir können das Rylich Panorama Hotel empfehlen. 
  • Plane einen kurzen Aufenthalt: Es gibt in Sorong nicht viel zu sehen und zu machen. Sofern du keine weiteren Trips unternehmen möchtest, reichen 1-2 Tage vollkommen aus, um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen. 
  • Genieße Sambal mit Vorsicht: auch wenns super lecker ist – das Sambal hier ist extrem scharf. Wenn du da empfindlich reagierst, hast du davon noch länger etwas…

Wiederkommen? 

Sorong ist kein Ort, an dem wir mehr Zeit als nötig verbringen würden. Doch als Knotenpunkt für Raja Ampat bleibt die Stadt ein notwendiger Zwischenstopp. Mit der richtigen Einstellung, einem guten Hotel und etwas Geduld kann man auch hier positive Momente erleben. Und vielleicht ist es manchmal genau das, was Reisen so besonders macht: die Herausforderung, das Beste aus jedem Ort zu machen.


Eine Antwort zu „Destination Insights: Sorong“

  1. Avatar von Nati
    Nati

    Ich finds super dass es auch zu diesem nicht so geilen Ort ein Insights gibt. So weiß man genau, was einen erwartet, wenn man da mal hinmuss 😄

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