Das nächste Kapitel unserer Reise sollte wieder etwas ganz besonders sein. Vor der Reise durfte sich jeder ein paar Dinge aussuchen, die er unbedingt machen möchte. Freddy entschied sich unter anderem für eine Bootstour. Und da Natis gute Freundin Anna eine Tour auf den Philippinen total empfohlen hat, entschieden wir uns dazu, dieser Empfehlung zu folgen. Und so ging es für uns als nächstes auf Expeditionstour von El Nido nach Coron – mit dem Boot!
Es geht los!
Am Morgen des ersten Tages ging es direkt früh los. Denn wir mussten bereits um 7:30 Uhr am Office des Touranbieters sein. Dort sind wir mit einem TukTuk hingefahren; somit hatten wir das auch nochmal gemacht 😉
Am Office waren schon extrem viele Leute, denn es starten sogar mehrere Boote gleichzeitig in die Expedition. Wir mussten uns registrieren und die Nationalparkgebühr zahlen. Es gab ein leichtes Frühstück, bestehend aus Obst, Bananabread und Caramel Sticky Rice.
Gegen 8:30 Uhr ging es dann endlich los. Mit riesigen Jeepneys sind wir in den Norden zum San Fernando Port gefahren. Die Fahrt dauerte etwa 45-60 Minuten. Bei Ankunft am Hafen wurden wir von einer philippinischen Tänzergruppe begrüßt, die uns mit einer kleinen Tanzaufführung unterhielt, während die Crew das Gepäck auf den Booten verstaute.





Ab aufs Boot
Im Anschluss ging es dann auch schon aufs Boot. Insgesamt waren wir in unserer Gruppe 19 Personen. Das Gepäck wurde unten im Bug verstaut. Es gab auf dem normalen Deck einen großen Tisch mit Bänken. Am Heck gab es noch ein zweites Deck, wo es auch nochmal Bänke und Liegematten zum Entspannen gab. Auf den Matten haben wir uns direkt einen guten Platz gesichert – gut, dass die meisten Leute nicht in die Sonne wollen, während wir die Sonne lieben und gerne genießen 🤣


Die Fahrt war dann direkt wieder etwas deprimierend, denn es war stürmisch und wir hatten extrem Wellengang. Eine solche Tour kann wirklich total schön sein, aber bei dem Wellengang ist es eigentlich nur anstrengend. Und natürlich sieht das Wasser und die Kulisse auch nicht so schön aus.
Am ersten Tag machten wir unterwegs mehrere Stops an einsamen Inseln und Schnorchelriffs. Wie die Inseln hießen und wo wir da überall waren, wissen wir leider nicht. Denn es gab während der Fahrt kein Internet und so funktionierte Maps natürlich auch nicht.
Was wir aber sagen können: die Inseln und Strände waren wirklich traumhaft schön. Weißer Sandstrand, blaues und türkises Meer. Was will man mehr? Und auch das Schnorcheln hat uns total gut gefallen, denn hier ist es wieder so ähnlich wie in Indonesien. Die Korallenriffe sind noch einigermaßen intakt und es gibt viele Weich- und Hartkorallen. Dazu natürlich ganz viele verschiedene Fische.






Unser erstes Nachtlager
Die erste Nacht verbrachten wir an einer kleinen Bucht der Insel Linapacan. Auch hier ein schöner weißer Sandstrand, von Palmen gesäumt. Richtig paradiesisch.


Bei Ankunft dann aber eine weitere Ernüchterung. Wir sollten Lose ziehen, wer in einem Beach Hut schlafen darf und wer in dem großen Bungalow mit kleinen abgetrennten Bereichen schlafen muss. Bei unserem nicht vorhandenen Glück zogen wir natürlich den Riesenbungalow. Das fanden wir wirklich gar nicht in Ordnung, denn bei Buchung hieß es natürlich, dass alle in den Beach Huts schlafen. Nach einer kleinen Beschwerde sind wir dann im Nachbarcamp untergekommen.
Am Abend gab es nach dem Dinner noch eine Karaoke-Party. Und endlich weiß ich wirklich, warum so viele Filipinos auf Kreuzfahrtschiffen arbeiten. Ich dachte immer, dass es hauptsächlich daran liegen würde, weil sie sehr seefest sind. Aber noch viel wichtiger wird sein, dass sie einfach immer gute Laune haben, super gerne und dauernd tanzen und richtige kleine Entertainer sind 😁
Zumindest unsere Crew lieferte beim Karaoke 1A ab und sorgte für gute Stimmung!





Schlaflose Nacht
Der Beach Hut war eigentlich super zum Schlafen. Dadurch dass es etwas windig war, zog schöne frische Luft durch den offenen Bungalow. Allerdings sind wir ja im Camp einer anderen Gruppe untergekommen und die haben bis 1:30 Uhr Party gemacht… und unser Hut war genau in front von deren Aufenthaltsbereich. Schade!
Der zweite Tag
Am zweiten Tag trafen wir uns alle um 8 Uhr auf dem Boot, wo es erstmal Frühstück gab. Zum Essen mache ich später noch ein extra Kapitel 😅






Im Anschluss ging es dann zum ersten Schnorchelspot. Leider war es auch heute wieder windig mit Wellengang – da bringt das Schnorcheln immer nicht ganz so viel Spaß. Aber es war trotzdem ein super Spot mit tollem Riff!
Der nächste Stop war dann wieder an einer Insel mit Strand. Die Boote legen immer außerhalb an und man hat dann die Wahl zum Strand zu schwimmen oder man kann sich mit dem Kanu fahren lassen. Wir haben uns immer fürs Schwimmen entschieden, was manchmal etwas schade war. Denn dadurch haben wir überhaupt keine Fotos von den Inseln selbst. Dafür waren wir Handyfrei und konnten den Moment und Ort so richtig genießen.







Zweites Nachtlager
Auch unser zweites Nachtlager war an einem schönen kleinen Strand – diesmal gab es auch Beach Huts für alle. Der Strand bot einen perfekten Blick auf den Sonnenuntergang. Nach dem Dinner gab es noch Lagerfeuer, bevor wir dann kaputt in die Koje bzw. den Hut fielen.






Die Sanitäranlagen in beiden Camps waren übrigens besser als erwartet. Es gab je zwei Toiletten und zwei „Duschen“ mit klassichen asiatischen Mandis – also Eimer und Kelle. Für jeden, der so noch nie geduscht hat: unbedingt ausprobieren! Ich fühle mich selten so erfrischt, wie nach einer schönen kühlen Mandi-Dusche 😃
Auf dem Weg nach Coron
Am dritten Tag mussten wir bereits um 6:30 Uhr zurück auf dem Boot sein. Denn nach dem Frühstück stand uns die erste lange Fahrt bevor. Bis zum ersten Stop waren es drei Stunden… leider wegen dem hohen Wellengang. Und so war die Fahrt auch nicht besonders angenehm. Wir wurden teilweise richtig nass (durchs hochspritzende Wasser) und richtig durchgeschaukelt noch dazu. Zum Glück wurde ich diesmal nicht seekrank 🙏
Mittags machten wir dann endlich den ersten Stop an einer kleinen Insel mit wunderschönem weißen Sandstrand und gutem Schnorchelriff.





Nach dem Lunch ging es weiter. Und auch diese Fahrt dauerte wieder drei Stunden. Am Ende machten wir leider nur noch einen Stop (kurz vor Coron), der irgendwie so wirkte, als wäre es eine Notlösung gewesen. Denn hier stoppten auch einige Tagesausflugsboote und es gab weder unter, noch über Wasser etwas richtiges zu sehen.
Am Ende hatten wir einfach ein bisschen Pech mit dem Wetter, da die Fahrten durch den hohen Wellengang viel länger dauerten. Der Captain musste super oft Gas rausnehmen oder den Motor ganz ausmachen. Und die ganze Zeit manövrieren. Das kostet natürlich Zeit. Dadurch war vor allem der dritte Tag irgendwie doof – total schade.
Gegen 18 Uhr sind wir dann in Coron am Hafen angekommen und die Tour war beendet.




Essen an Bord
Drei Tage Bootstour – da ist gutes Essen natürlich Gold wert. Und gleich vorweg: das Küchenteam hat wirklich abgeliefert! Es gab jeden Tag Frühstück, Lunch und Dinner, dazu frisches Obst – oft so kunstvoll geschnitzt, dass wir uns kurz an AIDA erinnert fühlten (jetzt wissen wir: das ist ein Filipino-Ding! 😍).
Das Essen war frisch, abwechslungsreich und liebevoll angerichtet. Für Fleisch- und Fischliebhaber auf jeden Fall ein Fest! Auch Freddy war sehr happy mit der Auswahl – Fisch, Chicken, Meeresfrüchte – alles war da.
Und wie war’s für mich?
Tja… wie so oft: etwas schwieriger. Ich hatte bei der Buchung extra angegeben, dass ich vegetarisch esse – leider wird das immer noch missverstanden. Denn: vegetarisch bedeutet eben nicht „iss doch einfach nur den Reis und das Gemüse und lass den Rest weg“ 😉 Eine richtige Mahlzeit braucht halt auch eine Eiweißquelle.
Beim ersten Lunch gab’s also erstmal keine richtige Option für mich; nur Beilagen. Ich hab das dann direkt angesprochen und zum Glück wurde abends reagiert: es gab gekochte Eier.
Beim zweiten Lunch dann aber nochmal die Ernüchterung: von 14 verschiedenen Gerichten auf dem Tisch war genau EINS vegetarisch (plus Fruits). Da musste ich unseren Guide ansprechen und darauf bestehen, dass sie mir noch etwas extra machen. Ich bekam dann eine Platte mit gebratenem Tofu und von da an gab es dann auch zu jedem Lunch/Dinner entweder Eier oder Tofugerichte. War ein bisschen nervig und stressig, das selbst regeln zu müssen – aber immerhin wurde auf die Wünsche eingegangen, und geschmacklich war’s wirklich top.



Die anderen Leute
Es war das erste Mal in unserem Leben, dass wir eine mehrtägige Tour in einer Gruppe gemacht haben. Normalerweise bevorzugen wir ja immer die private Variante, konnten wir uns hier aber nicht leisten. Und so waren wir total gespannt, wie eine Gruppentour sein würde.
Und es war tatsächlich total okay. Und das obwohl in unserer Gruppe die eine Hälfte Italiener und die andere Franzosen war 😅 Wir sind aber von Natur aus auch nicht so die Sozializer und haben lieber unsere Ruhe. Das war mit dieser Gruppe perfekt möglich. Außerdem hatten wir oben auf dem Deck eine Matte in der Sonne für uns.
Und beim Essen haben sich auch alle benommen und nicht wie die Tiere verhalten 😁
Unser Fazit
Die Bootstour von El Nido nach Coron war auf jeden Fall eine einmalige Erfahrung. Das dortige Inselarchipel ist wunderschön und für jeden, der noch nie auf einer einsamen Insel geschlafen hat, kommt ganz bestimmt echtes Robinson Crusoe Feeling auf. Wir waren mittlerweile schon an so vielen einsamen Stränden und Inseln, dass uns das nicht mehr SO extrem aus dem Hocker gehauen hat. Trotzdem hat es uns total gut gefallen in den offenen Beach Huts zu schlafen.
Leider hatten wir echt Pech mit dem Wetter, so dass wir viel weniger Stopps als geplant einlegen konnten. Und auch der Wellengang generell hat die Fahrten zwischen den Stopps ein wenig getrübt. Bei bestem Wetter ist die Tour sicherlich nochmal um einiges geiler.
Schlussendlich sind wir aber glücklich, dass wir die Tour gemacht haben und um einige Erfahrungen reicher geworden.


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