Nach 30 Tagen auf den Philippinen verließen wir Südostasien nun das erste Mal nach über sechs Monaten. Von Siquijor ging es mit der Fähre nach Dumaguete, dann nach Cebu City und von dort mit dem Flieger Richtung Hong Kong! Und damit in eine ganz andere Welt.
Und tatsächlich merken wir sofort: Wir sind in einer anderen Welt. Der 7-Eleven am Flughafen glänzt wie ein Premium-Kiosk, die Schlangen an der Immigration sind perfekt organisiert – fast menschlich automatisiert. Nur bei den Infos zu den Bussen in die City hakt es ein bisschen. Der Flughafen ist zwar super angebunden, aber herauszufinden, welcher Bus wohin fährt und wie man an ein Ticket kommt, ist gar nicht so einfach.
Zum Glück spricht uns mitten in der riesigen Airporthalle plötzlich ein Mädel auf Deutsch an und fragt, ob sie helfen kann 😅
Dank ihr wissen wir nun, welchen Bus wir nehmen müssen – allerdings braucht man dafür laut ihrer Aussage eine Octopus Card. Alternativ geht nur exakt passendes Kleingeld… und wir stehen natürlich mit zwei 500-HKD-Scheinen da 😂 Der Schalter für die Octopus Card ist auch nicht gerade offensichtlich. Dort angekommen erfahren wir dann: Jeder braucht eine eigene Karte, die 200 HKD für 150 HKD Guthaben kostet. Viel zu viel für die paar Tage.
Aber dann der Lichtblick: Der Mitarbeiter am Schalter erzählt uns, dass man mittlerweile auch mit Visa oder E-Payment direkt im Bus zahlen kann. Yes! Das hab ich mir doch gedacht!
Die Busstation zu finden ist gar nicht so einfach – hier gibt’s gefühlt hunderte davon. Aber wir entdecken unsere recht schnell, der Bus kommt auch nach ein paar Minuten. Und dann… die nächste Challenge: Unsere Visa-Karten funktionieren im Bus nicht. Keine von allen. Wir probieren vier verschiedene durch – keine Chance.
Letzte Hoffnung: Apple Pay. Und siehe da – es funktioniert! Leider nur einmal 😱 Und Freddy hat sich sein Apple Pay noch immer nicht eingerichtet. Nach fünf Minuten Chaos an der Bustür lässt uns der Fahrer erstmal einsteigen. Und während wir durch Hong Kong cruisen, richtet Freddy in Windeseile Apple Pay ein.
Am Ende kommt er kostenlos in die Stadt. Willkommen in Hongkong 😄



Schon während der Fahrt bekomme ich übrigens extreme Magenschmerzen. Na hoffentlich hab ich mir da nicht auch irgendwas eingefangen…
Chungking Mansions
Die legendären Chungking Mansions, einer der wohl schrägsten und internationalsten Orte in ganz Hong Kong. Das Gebäude sieht schon von außen interessant aus und passt gar nicht so richtig in die moderne Nathan Road. Ein bisschen in die Jahre gekommen, ein bisschen chaotisch, aber auf eine ganz eigene Art faszinierend. Hier wurde sogar ein Film gedreht.
In dem Komplex befinden sich auf 17 Etagen in vier Blocks über 1.980 Gästezimmer, verteilt auf unzählige kleine Hostels und Guesthouses. Hier treffen Reisende auf Geschäftsleute, indische Curryküchen auf Friseure und Wechselstuben, Hostels auf Handyshops. Und mittendrin: unser kleines Zimmer für die nächsten Tage. Super winzig, aber irgendwie auch genau das, was man in einem Ort wie diesem erwartet.




Hong Kong Schnuppertag
Leider haben uns beide die Magenschmerzen die Nacht nicht richtig losgelassen. Trotzdem wollen wir den Tag so gut es geht nutzen und machen uns ganz entspannt am Morgen auf den Weg: erstmal frühstücken! Vorher müssen wir aber noch die richtige Kleidung anziehen, denn hier sind es gerade einmal um die 20 Grad – für uns fühlt sich das extrem kalt an… und so geht es (leider) das erste Mal seit Monaten in die lange Hose 😥
In einem typischen Hong Konger Lokal kehren wir ein und bestellen Dumplings und ein Chicken Sandwich. Diese Küche ist für uns völlig neu und so nehmen wir uns vor in den kommenden Tagen so viel es geht zu probieren. Das Essen war okay, aber nicht besonders. Teuer (für unsere mittlerweile gewohnten Verhältnisse) ist es hier übrigens auch: man kann sagen preislich ganz genau auf Hamburger Niveau.
Dafür entdecken wir etwas, das uns sofort begeistert: der berühmte Pineapple Bun! Außen knusprig, innen weich. Es schmeckt total einmalig, ähnlich wie ein Milchbrötchen, aber irgendwie noch mit einem besonderen Geschmack – mit Ananas hat das Ganze übrigens nichts zu tun. Spoiler: Wir werden das noch öfter essen… 😉




Avenue of Stars & Victoria Harbour
Die Avenue of Stars liegt an der Promenade des Victoria Harbour und ehrt die vielen Schauspieler Hong Kongs. Ähnlich wie der Walk of Fame in L.A. hat auch hier jeder Schauspieler seinen eigenen Ehrenplatz, nicht in Form eines Sterns, sondern mit seinem Handabdruck an der Reling zum Wasser. Bruce Lee hat natürlich eine ganze Statue 😁
Die Promenade ist schön gestaltet und alles ist super sauber. Auch das Wasser des Victoria Harbour; hier würden wir sogar sofort reinspringen. Wir gehen an der Promenade bis zum Clock Tower, der irgendwie so gar nicht in das asiatisch-moderne Stadtbild passt. Hier steht auch die Harbour City Mall, ein riesiges Einkaufszentrum mit mehreren Subbereichen, in dem man sich easy verlaufen kann.














Old McDonald & bestes Gebäck
Wir haben schon wieder hunger. Wie gut, dass es in Hong Kong an jeder Ecke Bäckereien gibt. Und hierbei handelt es sich wirklich um richtige Bäckereien, in denen du richtig gutes Brot, Brötchen und Gebäck bekommst. Auf sowas mussten wir Ewigkeiten verzichten, kein Wunder also, dass wir uns mit ein paar Leckereien zum Lunch eindecken: Käsestange, Blaubeer Danish und Cinnamon Roll. Außerdem gehen wir das erste Mal seit Jahren zu McDonalds. Denn hier gibt es einen Egg & Cheese Burger; also auch was für mich 🤣 Freddy entscheidet sich für den Chicken Big Mac; gibt es bei uns auch nicht.



Erste Eindrücke
Im Anschluss laufen wir noch weiter durch die Innenstadt und lassen einfach die ganzen Eindrücke dieser anderen Welt auf uns wirken. Denn Hong Kong ist wirklich gigantisch. Es ist so ganz anders als in Südostasien. Es ist super voll, du hast ständig das Gefühl, dass du gerade in Hamburg zum Stadion marschierst, der Strom an Menschen aber doch gleich mal aufhören muss. Nur: der hört nicht auf. Es ist einfach ununterbrochen so. Trotzdem läuft irgendwie alles relativ geordnet ab. Es ist super sauber überall und die Menschen sind viel freundlicher, als erwartet. An jeder Ecke riecht es nach leckerem Brot, Kuchen oder Pineapple Bun.
Natürlich muss Freddy auch in Hong Kong zum Friseur – mit 9€ der teuerste, aber immer noch sehr günstige Haarschnitt der Reise! Dafür wird sich hier auch nicht mehr ganz so viel Mühe gegeben, wie in den letzten Wochen gewohnt. Hong Kong ist halt eine Großstadt. Aber Freddy ist trotzdem zufrieden und fühlt dich mit geschnittenen Haaren gleich wieder viel wohler.




Den ersten Tag lassen wir im Kowloon Park ausklingen. Zum Abendessen holen wir uns ein (riesiges) Stück Pizza und genießen noch ein bisschen die Ruhe im Park, bevor wir kaputt in unserem winzigen Zimmer ins Bett fallen.
Krankenhaus statt Abenteuer
Leider werden die Bauchschmerzen schlimmer. Sicherheitshalber geht es ins Krankenhaus. Denn langsam machen wir uns etwas Sorgen, weil es bei Freddy nach über einer Woche immer noch nicht wieder komplett gut ist.
Zu Fuß machen wir uns auf den Weg ins Queen Elizabeth Hospital, etwa 1,5 km von unserem Guesthouse entfernt. Nachdem wir den richtigen Eingang gefunden haben, wird man dort ganz unkompliziert über farbige Linien auf dem Boden zur jeweiligen Abteilung geleitet – ziemlich praktisch! Das Krankenhaus wirkt modern, Freddy wird direkt aufgenommen und voruntersucht, bevor es für uns weiter in die Tagesklinik geht. Die Wartezeiten sind überall erstaunlich kurz, und am Ende bekommt Freddy ein paar Medikamente.
Was genau die Ursache ist, kann uns der Arzt leider nicht sagen – dafür hätten wir eine Stuhlprobe abgeben müssen. Wahrscheinlich eine Lebensmittelvergiftung.
Was wir richtig positiv fanden: Die Medikamente mussten wir nicht extra bezahlen, sondern waren bereits in den Behandlungskosten enthalten.
Gut versorgt machen wir uns wieder auf den Weg in unser Mini-Zimmer – und verbringen dort den restlichen Tag.
Richtig schade, dass wir ausgerechnet hier in dieser riesigen Stadt außer Gefecht gesetzt sind. Aber besser einen Tag komplett ausruhen, als das Ganze noch länger mitzuschleppen.


Central Hong Kong
Die Medikamente zeigen Wirkung, sodass wir uns am nächsten Morgen wieder ins Getümmel stürzen können. Schließlich ist es schon unser letzter Tag hier! Heute wollen wir auf die andere Seite des Victoria Harbour – nach Central. Vom Star Ferry Pier fahren die Fähren alle paar Minuten, und obwohl sich eine lange Schlange gebildet hat, geht es überraschend schnell.
Drüben angekommen gönnen wir uns erstmal einen richtig guten Kaffee in einer Mall und schlendern ein wenig durch die Straßen. Zum Lunch geht’s – nach gefühlt einer Ewigkeit – mal wieder zu Subway. Danach machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Braemar Hill Peak – hier soll es eine tolle Aussicht geben, ganz ohne die Touristenmassen am berühmten „The Peak“.






Der Weg dorthin zieht sich dann doch länger als gedacht und fordert unseren durch Krankheit noch etwas geschwächten Körpern einiges ab. Aber unterwegs bekommen wir richtig schöne Einblicke in die authentischeren Ecken der Stadt – und allein dafür hat sich der Weg schon gelohnt. Und die Aussicht von oben? Wirklich fantastisch!


















Zurück geht’s ein Stück zu Fuß, ein Stück mit dem Bus und dann wieder mit der Fähre nach Tsim Sha Tsui. Wir sind ein bisschen unter Zeitdruck, denn um 20 Uhr wollen wir unbedingt noch die berühmte „Symphony of Lights“ sehen. Just in time schaffen wir es – doch am Ende ist die Show leider eine ziemliche Enttäuschung. Da haben wir uns von dieser Stadt wirklich mehr erwartet.






Auf dem Rückweg zu unserem Mini-Zimmer holen wir uns noch ein paar Snacks zum Abendessen und lassen unseren letzten Abend in Hong Kong entspannt ausklingen. Denn am nächsten Morgen heißt es schon wieder früh raus: um 5:15 Uhr fährt unser Bus zum Flughafen – und ein ganz besonderer Tag wartet auf uns… ❤️
Hong Kong hat uns trotz Krankheit absolut begeistert: eine beeindruckende Stadt zwischen Tradition und Moderne, Chaos und Ordnung. Die Menschen sind nett, es gibt fantastisches Brot und Gebäck und generell viel (Essen) zu entdecken. Leider hat uns die Magen-Darm-Geschichte einen kompletten Tag geklaut, aber vielleicht war das genau das Zeichen, dass wir einfach nochmal wiederkommen müssen 😄
Bis bald, Hong Kong – nächstes Mal mit noch mehr Dumplings, Pineapple Buns und hoffentlich endlich ohne Bauchweh!

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