Mit dem Speedboat sollte es als nächstes von Koh Lipe nach Koh Lanta gehen. Die Fahrt ist relativ weit; insgesamt gute drei Stunden. Wie schön, dass es die letzten Tage schon super windig war. Dazu hat Nati uns am Tag vorher noch eine Unwetterwarnung geschickt, in der vor Sturm und hohen Wellen gewarnt wurde. Boote sollten aufpassen und das Wetter beobachten.
Den ganzen Tag haben wir nachgedacht, was wir machen. Nehmen wir das Speedboat? Oder den Weg über Land, der nur zwei kurze Fährfahrten beinhaltet? Oder bleiben wir länger?
Normalerweise und an jedem anderen Ort hätten wir einfach verlängert und wären 1-2 Tage länger geblieben. Nur hier wollten wir einfach nicht bleiben 😂 Wieder FreBias Gesetz!
Also haben wir am Stand nachgefragt, wie’s mit dem Wind aussieht. Alles okay, hieß es. Es sei zwar windig, aber lange nicht zu viel. Wir können das Speedboat nehmen. Wir entscheiden uns also für die spätere Fahrt um 12:30 Uhr und kaufen die Tickets. Trotzdem haben wir irgendwie den ganzen Abend damit gerechnet, dass wir aufgrund des Windes wahrscheinlich einfach nicht fahren können.
Am Morgen wirkte das Wetter dann aber eigentlich ganz ok und so extrem windig war es dann gar nicht mehr. Nach einem gutem Training auf der Terrasse und einem leckeren Frühstück ging es zum Pier an den Pattaya Beach. Und alles lief wie gewohnt. Einchecken, Gepäck abgeben, Boarding.

Die Fahrt beginnt
Schon als wir das Speedboat sahen, dachte ich mir: hoffentlich sind die Wellen wirklich nicht hoch. Denn wir hatten eines von der kleineren Sorte. Als wir dann raufgingen merkten wir: auch eins von der älteren und schlechteren Sorte, mit kleinen Bänken in der Mitte und Seite. Das Boot wurde natürlich (wie immer in Asien) voll gemacht. Und es ging los.
Und zwar direkt mit Wellengang. Schon nach 10 Minuten wäre ich am liebsten wieder umgedreht.
Wer schonmal Speedboat gefahren ist, kennt das typische Bouncen über die Wellen und wieder runter. Das stört eigentlich wenig; ist manchmal etwas laut, aber okay. Wirklich schlimm sind die seitlichen Wellen. Bei uns waren die Wellen so schlimm, dass wir teilweise richtig geflogen sind. Am Anfang haben die Leute noch geschrien, einige haben gelacht. Doch die meisten sind relativ schnell verstummt.
Schon nach kurzer Zeit mussten sich die ersten Leute übergeben. Ich war viel zu angespannt, als das mir hier hätte schlecht werden können. Stattdessen habe ich die ganze Zeit den Kapitän angeguckt. Und gesehen, wie der so richtig arbeiten musste. Er hat wirklich richtig rotiert. Freddy hat noch versucht ein paar Witze zu machen und Musik gehört. Bis es richtig nass wurde…
Schlimmer gehts immer
Denn wenn wir dachten die erste Stunde wäre schlimm, haben wir nicht gewusst, dass es noch viel schlimmer kommen sollte. Der Wellengang wurde noch wilder, das Wasser ist so hoch gespritzt, dass wir richtig nass wurden. Und in solchen Booten (mit Dach!) wird man eigentlich nicht nass. Auf einmal ist die Bank vor uns gebrochen! Und Freddy musste die restliche Fahrt diese Lehne festhalten, weil wir Angst hatten, dass gleich alles auf unsere Füße kracht. Und auch das Dach ist gebrochen, eine Schweißnaht gerissen… wirklich crazy!
Ich hab angefangen die Schwimmwesten zu zählen und war zu diesem Zeitpunkt zu 98% sicher, dass wir nicht heil auf Koh Lanta ankommen werden. Freddy und ich gucken uns nur an und fragen uns: “Was machen wir hier eigentlich?”. Wir haben so viel Zeit, nehmen aber trotz der schlechten Wettervorhersagen lieber das Speedboot, als den sicheren Van; nur weil es 5 Stunden schneller geht. Und wie wir uns in diesem Moment gewünscht haben, den Van genommen zu haben.
Mittlerweile hatten sich übrigens mehr als die Hälfte übergeben. Vorne war teilweise das ganze Gepäck vollgekotzt… 🤢 Ich hab nur noch auf eine Schraube zu meinen Füßen gestarrt.
Und dann endlich… war Koh Lanta in Sicht! Und die Fahrt wurde für die letzten 30 Minuten etwas erträglicher.
Nichts für schwache Blasen
Zumindest für mich. Denn wenn das alles nicht genug ist, dann musste Freddy auch noch extrem dringend pinkeln. Da tut das Bouncen vom Schiff überhaupt nicht gut. Laut eigener Aussage musste er noch nie in seinem Leben so dringend – und ich kann bestätigen, dass er etwas neben der Spur war. Aber wir erreichten den Hafen von Koh Lanta, Freddy sprintente vom Boot und besetzte für 5 Minuten da Klo 🤣
Ein wenig Glück hatten wir dann auch noch: unsere Rucksäcke sind trocken und sauber geblieben.
Die Fahrt hat uns extrem mitgenommen und uns vor Augen geführt, dass das Leben echt endlich ist. Jede Entscheidung hat eine Konsequenz und unsere hat uns hier auf dieses Speedboat geführt. Wir haben uns auf die Aussagen der Touranbieter verlassen, hätten aber vielleicht lieber auf unser eigenes Bauchgefühl hören sollen. Wir können jedem nur empfehlen das Wetter und die Vorhersagen selbst zu checken und gründlich abzuwägen, welche Option man wählt. Denn eine solche Fahrt wünschen wir wirklich niemandem.




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