Nach ein paar entspannten Tagen im Inselparadies Bantayan ging es für uns weiter zum nächsten Insel-Highlight – zumindest laut Instagram und Reisetipps: Siargao. Die Erwartungen waren hoch – ob sie erfüllt wurden?
Erstmal ging es mit der Fähre zurück aufs Festland, von wo wir mit dem Bus wieder nach Cebu City fuhren – noch eine Nacht in der Stadt der Zwischenstopps. Diesmal ganz in der Nähe vom Airport, denn unser Flug ging am nächsten Morgen bereits um 7:00 Uhr.
Und so machten wir uns gegen 5:30 Uhr noch in der Dunkelheit zu Fuß auf den Weg zum Airport. Wir sind mittlerweile richtig stark mit unseren Rucksäcken geworden 🦵



Oh, it’s raining
In Siargao wurden wir erstmal richtig schön vom Regen begrüßt. Und als wir um 8 Uhr an unserem Guesthouse ankamen, konnten wir natürlich noch nicht einchecken; mussten die Zeit bis 14 Uhr also überbrücken. Wir versuchten die trockenen Phasen so gut es geht zu nutzen und erkundeten die nähere Umgebung ein wenig. Wir wohnen am nördlichen Ende von General Luna, nicht weit von Cloud 9 entfernt.
Cloud 9 ist ein legendärer Surfspot, der Wellenliebhaber aus der ganzen Welt anlockt. Mittlerweile aber nicht mehr nur die, sondern auch alle anderen „hippen Leute“, die lieber die Wellen oder Sonnenuntergänge beobachten. Und so hat sich hier ein richtiger Hipster-Ort entwickelt. Es gibt einen Boardwalk, der ins Meer führt und von dem man die Wellen draußen am Riff bestens beobachten kann. Eintritt: 100 Peso.
Als wir dort waren gab es leider gar keine großen Wellen, so dass wir uns den Eintritt gespart haben. Stattdessen gab es Kaffee & Omelette mit Blick aufs Meer.




Unser Guesthouse
Wir wohnen wieder in einem einfachen Zimmer in einem Guesthouse direkt an der Tourism Road in General Luna. Das Kuriose: nirgends am Gebäude steht der Name des Hotels dran. Unten ist ein heruntergekommener und echt schlecht ausgestatteter Minimart. Die Jungs, die hier sitzen sind irgendwie leicht abgewrackt – aber nett. Das Zimmer wirkt sauber und groß genug, um hier eine Woche zu leben. Ein Tisch und Stuhl zum Arbeiten wird mir auf Anfrage auch direkt organisiert. Trotzdem bleibt der erste Eindruck bestehen: irgendwie Irrenhaus.
An ein paar Abenden in der Woche wurde der Minimart genau unter unserem Zimmer zur Karaokebar. Das war wirklich ziemlich nervig und hat uns so einige Stunden nicht einschlafen lassen.
Ameisenparade
Seit Monaten schleppen wir unser Essen mit rum: Haferflocken, Nüsse, Samen, Kerne – alles, was man für eine gute Bowl braucht. Bisher hatten wir an keinem Ort Probleme, die Tüten sind fest verschlossen und alles ist noch einmal in einer extra Tüte verpackt. Doch in diesem Hotel waren die Ameisen anders. Als wir an einem Morgen die Bowls vorbereiten wollen, sehen wir das unsere kompletten Cashews mit Mini-Ameisen voll sind 😰 Und so wurde die Aufbewahrung in der kommenden Woche zu einem kleinen Akt, denn selbst das Aufhängen der Tüten an Haken hinderte die kleinen Biester nicht daran zu versuchen einzudringen…
Dafür war das Frühstück im Hotel super. Einer der Jungs hat sich hier wirklich Mühe gegeben und uns jeden Tag ein anderes Gericht, bestehend aus Veggies, Eiern und Reis, zubereitet. Damit hatten wir tatsächlich nicht gerechnet.


Von Sonnenschein zu Sturzregen
Auf Siargao war das Wetter wirklich verrückt. Im einen Moment scheint die Sonne, im nächsten regnet es wie aus Kübeln. Der Begriff bekommt hier auch nochmal eine ganz andere Bedeutung, denn wenn du im Regen stehst, bist du wirklich innerhalb kürzester Zeit nass bis auf die Unterhose. Für uns war das mal eine neue Erfahrung, aber wir haben schon am zweiten Tag festgestellt: das ist nichts für uns 😉 Man kann nichts planen und hat stets Angst, dass es gleich wieder anfängt zu regnen und die liebevoll zubereitete Bowl nass wird…
Während unserer Zeit auf der Insel wurden wir mehrmals vom Regen überrascht. Einmal auf dem Roller auf dem Rückweg aus dem Norden – da wurden wir dann wirklich pitschepatsche nass 😂 SO nass, dass es nur noch für Essen zum Mitnehmen gereicht hat.
Dafür ist die Natur natürlich wunderbar grün. Wenn du über die Insel fährst, fühlst du dich eigentlich immer wie mitten im Dschungel. Die Straßen schlängeln sich durch Palmenwälder und grüne Oasen – das ist wirklich toll! Und Siargao ist definitiv die Insel der Palmen. Noch nie SO viele Palmen auf einem Fleck gesehen.
Es gibt hier sogar die berühmte Coconut Road – eine Allee mit Kokosnusspalmen gesäumt. Leider darf man hier mittlerweile nicht mehr für Fotos anhalten…





Was macht man so ne Woche bei verrücktem Wetter?
Wir hatten eine ganze Woche auf Siargao. Eigentlich genug Zeit um die Insel zu erkunden, auch bei dem verrückten Wetter. Wie immer starteten wir in den Tag mit einem guten…
Training
Das Gym in Siargao ist teuer und voll. Ist halt ein Hipster-Ort hier. Aber wir beißen die Zähne zusammen, die Prioritäten sind gesetzt und zahlen 300 Peso (5€) pro Session pro Person. Dafür ist das Studio gut ausgestattet. Und ein Dach ist auch da, um die vielen Regengüsse trocken zu überstehen 😅



Siargaos Beaches
Aufgrund der vorgelagerten Riffe und Gezeiten ist Siargao nicht die Insel der Traum- und Badestrände. Trotzdem haben wir uns ein paar angesehen. Einen guten Spot zum Frühstücken brauchen wir schließlich immer.
Doot Beach
Auch Secret Beach genannt, liegt nur 6 km westlich von General Luna und ist entsprechend schnell mit dem Roller zu erreichen. Der Strand hat zwei Seiten; die eine geht Richtung Süden zum offenen Meer und die andere ist eine Art Lagune. Der Strand ist super schön, die Ebbe aber leider sehr ausgeprägt, so dass das Baden hier dann wirklich schwer wird.





Pacifico Beach
Der Pacifico Beach liegt weiter im Norden der Insel, rund 45km von General Luna entfernt. Die Fahrt selbst ist also schonmal ein gutes Abenteuer. Aber wie bereits erwähnt führen die Straßen durch die wunderschöne grüne Landschaft und es ist nicht viel Verkehr – das macht Spaß!
Der Strand selbst ist für mich schon allein deswegen besonders, weil man weiß, dass man direkt am Pazifik steht und vor einem nichts mehr kommt – bis Amerika! Beeindruckend. Sand und Meer sind auch schön, aber bei unserem Besuch war wieder Ebbe und wilde Wellen. Das Baden war also auch hier eher schwierig. Wir hatten auch Pech mit dem Wetter; Regen und Sonne im Wechsel und es war uns irgendwie zu kalt.




Alegria Beach
Der Alegria Beach liegt ganz an der Nordostspitze der Insel, fast 60km von General Luna entfernt. Die Fahrt auf dem Roller ist dann schon ganz schön lang. Dafür ist der Strand sicherlich der schönste der ganzen Insel. Weißer Sand, türkisfarbenes Meer – was will man mehr? Hier hat uns auch das Wetter mal nicht im Stich gelassen! Trotzdem sind wir mittlerweile so asiatisch geworden, dass wir auf der Rollerfahrt eine Jacke anziehen 😱





Eat like a local (oder auch mal nicht)
Ihr wisst: das Essen ist uns super wichtig. In General Luna gibt es glücklicherweise jede Menge Restaurants. Von lokalen Eateries über Pizzerien bis hin zu Healthy Lifestyle Foodspots ist alles dabei. Dafür ist es umso teurer. Trotzdem gönnen auch wir uns hier an zwei Tagen mal wieder Western Food. Denn irgendwie können wir das immer gleiche Gemüse und Eier aus den Eateries so langsam nicht mehr sehen… Und so geht es für uns einmal zum Griechen und einmal in eine Pizzeria, die Nati & Siar uns wärmstens empfohlen haben.
Besonders auf die Pizza haben wir uns mächtig gefreut, denn unsere letzte ist bereits ein paar Monate her. Und so sollte unsere nächste auf jeden Fall gut werden. Und das war sie. Wirklich hervorragend und super lecker und damit eine absolute Empfehlung für jeden, der in Siargao is(s)t: Kermit’s Pizza 🍕






Zwischen Greek Salad oder Pizza für 10 Euro und gemischtem Gemüse für 80 Cent liegen tatsächlich Welten – kulinarisch und emotional. Am Ende bleibt’s dabei: Uns kriegt man mit einer guten Portion Reis, Tofu und Morning Glory einfach am glücklichsten.
3 Island Tour
Wer in General Luna übernachtet kommt an der 3 Island Tour eigentlich nicht vorbei. Und so steht auch für uns Ausflugsfaule nach langer Zeit mal wieder eine Tour an.
Abgeholt werden sollten wir zwischen 7 und 8 Uhr (tolle Zeitangabe 🤣). Wir bestellen also unser Frühstück extra für 6:30 Uhr. Um 6:50 Uhr bekomme ich einen Anruf: der Fahrer sei in fünf Minuten da. Also beeilen wir uns und gehen nach unten. Um fünf nach sieben ist noch keiner da, also rufe ich den Fahrer an. Geht nicht ran. Auch um 10 nach und um viertel nach nicht. Merkwürdig!
Um 7:20 Uhr bekomme ich eine Nachricht vom Touranbieter: der Fahrer steht draußen vorm Hotel. Doch bei uns war keiner. Und so stellte sich heraus, dass wir in einem neuen Objekt unseres Hotels wohnen. Der Fahrer steht an der anderen Adresse. Aha! Deswegen auch der fehlende Hotelname am Gebäude 🧐
20 Minuten später werden wir dann endlich eingesammelt und es geht in den Hafen von Gen Luna, von dem wir mit einem Boot unsere Tour starten.
Guyam Island
Der erste Stop ist Guyam Island. Eine super kleine Insel mit wunderschönem weißen Sand und tollem Meer. An das Drohnenfoto kann ich mich von Nati & Siar noch erinnern. Wir genießen die Stunde am Strand und im Meer. Glücklicherweise sind wir super früh morgens da, so dass es noch nicht allzu viele Ausflugsboote hierher geschafft haben. Als wir weiterfahren sieht das ganze schon anders aus.



Secret Island
Der nächste Halt liegt mitten auf dem Meer und ist einfach ein Fleckchen Sea, dass so kristallblau ist, dass es einem schon in den Augen blendet. Secret Island, eine Art tiefere Sandbank, die das Meer einfach atemberaubend aussehen lässt. Sowas haben wir wirklich selten gesehen, ein bisschen erinnert es uns an die Cayman Islands. Und allein dafür hat sich der Ausflug schon gelohnt!


Naked Island
Der dritte Stop ist dann Naked Island, eine richtige Sandbank mitten auf dem Meer. Leider war es hier schon etwas zu voll für unseren Geschmack, so dass man die Besonderheit der Insel nicht mehr so richtig gut aufsaugen konnte. Die Insel ist halt nicht mehr so „naked“, wenn sich Dutzende Menschen darauf tummeln 😅


Daku Island
Den letzten Stop machen wir auf der größten Insel Daku Island. Hier gibt es Lunch, bevor wir noch 1,5 Stunden Freizeit haben. Das Lunch ist definitiv eine Erzählung wert, denn es handelte sich dabei um ein sogenanntes Boodle Fight Lunch. Erstmal habe ich mir bei dem Namen nicht wirklich etwas gedacht, aber im Nachhinein machte das alles Sinn.
Es wird ein großer Tisch mit Essen, recht schön angerichtet, in die Mitte geschoben. Dann bekommt jeder einen Teller und einen Plastikhandschuh. Und es geht los. Mit dem Kampf ums Essen. Denn jeder greift sich von diesem Tisch einfach alles, was er haben wir. Gegessen wird dann ebenfalls mit den Fingern im Handschuh 😵💫




Es war eine recht lustige Erfahrung, aber haben müssen wir das nicht. Vegetarisch gab es übrigens (trotz Anmeldung!) nichts, außer Reis und Fruits… Dafür haben wir am Ende 200 Peso zurückerhalten.
Ansonsten gibt es hier auf der Insel auch einen schönen weißen Strand. Und die Insel ist sogar bewohnt. Hier kann man noch das halbwegs authentische philippinische Inselleben sehen. Auch wenn sich hier vieles um die Touristen und das Boodle Fight Lunch dreht.



Letztendlich hat sich der Ausflug für uns schon gelohnt, weil die besuchten Orte wirklich wunderschön sind. Aber leider ist es hier mittlerweile schon so voll, dass man diese Einzigartigkeit nicht mehr allzu sehr genießen kann.

Gezwungene Auszeit
Fast zwei ganze Tage haben wir hier tatsächlich nur im Zimmer verbracht. Dazu hat uns das Wetter gezwungen. Denn was willst du machen, wenn es wie aus Eimern schüttet? Und so haben wir die Tage genutzt, um mal wieder so richtig zu entspannen. Wie sagte mein Schwesterherz so schön: „Manchmal ist das Wetter genau deshalb bescheiden. So könnt ihr mal ohne schlechtes Gewissen Gammeln.“ Diesen Ratschlag haben wir dann direkt umgesetzt. Und Filme geguckt, ich konnte ein paar liegen gebliebene Dinge abarbeiten UND wir haben unsere weitere Reise im Detail geplant – da kommen noch ein paar coole Sachen und Überraschungen 😄
Siargao – nur Hype oder echtes Highlight?
Siargao liegt wirklich am A**** der Heide. Um hierherzukommen braucht man schon ein paar Flüge. Lohnt sich der ganze Weg überhaupt?
Wir hatten uns super auf die Insel gefreut, denn Nati & Siar waren 2018 total begeistert. Die Natur, die Wellen, die Ruhe. Davon ist heute leider nicht mehr allzu viel übrig. General Luna hat sich in einen extremen Hipster-Touri-Ort entwickelt. Und trotz der Schönheit der Natur hat der Funke bei uns nicht so ganz gezündet. Vielleicht waren es die Dauerregen, der Touristenhype oder einfach zu hohe Erwartungen. Vielleicht auch alles zusammen.
Aber genau das ist das Spannende am Reisen: nicht jeder Ort muss ein absoluter Favorit werden – manchmal reicht es, ihn erlebt zu haben. Und während wir uns auf den Weiterflug freuen, sind wir um einige Erkenntnisse reicher und gespannt, was als Nächstes kommt 🌏✌️


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