Nachdem wir die letzten Wochen vorwiegend an Orten waren, die wir schon kannten, sollte es nun endlich eine komplett neue Destination sein: Sumba

Sumba liegt im Südosten unterhalb von Flores knapp eine Flugstunde von Bali entfernt (genau genommen waren wir 40 Minuten in der Luft und haben ganz genau eine Stunde auf dem Flugzeugsitz gesessen 😂). Damit ist Sumba der bisher südlichste Punkt, den wir bereisen. 

Schon im Flugzeug wussten wir, dass ein neues Abenteuer vor uns liegt, denn neben uns waren nur drei andere Europäer im Flieger.

Den ersten Stop auf Sumba machen wir im Nordwesten, am Pantai Kita. Das Mario Hotel & Café liegt nur knapp 15km vom Flughafen entfernt. Und mit dem Hotel haben wir einen echten Glücksgriff gemacht: Es liegt direkt am Strand; von unserem Zimmer haben wir einen herrlichen Blick aufs Meer. Außerdem gibt es einen schönen Pool mit Liegen im Wasser 😃 das Zimmer, insbesondere das Badezimmer, ist auch mega – die Regendusche ist eine der besten Duschen, die wir jemals hatten!  Das Frühstück war grandios – man konnte sich so viel bestellen, wie man wollte: Omelette, Nasi und Mie Goreng, Pancakes, Fried Banana, Toast, Fruits und sogar Käse! Einen Tag gab es auch ein großes Frühstücksbuffet, weil eine große Gruppe da war 🤌

Mit dem Roller durch Sumba

Wir haben die Tage genutzt, um die Gegend mit dem Scooter zu erkunden. Das war ein ganz schönes Abenteuer. Einfach jeder Local guckt dich an, winkt dir zu, schreit, lacht oder wirkt ein wenig erschrocken. Hier scheinen sich noch nicht allzu viele Touristen hinzuverirren. Das Leben hier ist auch noch komplett anders. Es gibt keine Warungs, Rollerverleihe oder Touranbieter – geschweige denn Liegen am Strand. Alles ist noch total ursprünglich und natürlich. Landschaftlich ist es im Norden eher trocken und sonnig. Interessant: Im Landesinneren hängen die ganze Zeit Wolken und es scheint teilweise auch zu regnen, an der Küste herrscht hingegen bestes Badewetter. 

Pantai Kita und Mananga Aba

Direkt vor unserer Zimmertür liegt ein wunderschöner Naturstrand, den wir am ersten Tag erstmal entlang geschlendert sind. Selten haben wir einen so ursprünglichen, schönen Strand gesehen. Hier ist wirklich noch nichts gebaut und man kann bis ins nächste Dorf am Strand entlanggehen. Ich liebe es ja, wenn Bäume am Strand stehen. Das gibt dem ganzen irgendwie etwas besonderes. Zum Baden ist der Strand aber nicht ganz so gut geeignet, weil schon relativ am Anfang im Wasser große Felsen sind. Bei den Wellen, die wir hatten, kann das dann recht gefährlich werden. 

Talisi Cashew Farm 

Die Talisi Cashew Farm liegt in der Nähe von Waitabula. Wir sind seit Wochen auf der Suche nach Natural Cashews und hatten die Hoffnung hier welche zu finden. Und das haben wir! Für 138k IDR  (ca. 8€) haben wir 1kg raw Cashews direkt aus Sumba bekommen. Außerdem gab es kleine Cashew Cookies und unglaublich guten Kaffee. Plus ein sehr informatives und nettes Gespräch mit Jo, einem Sumbanesen, der dort arbeitet. 

Bukit Lendongara

Der Aussichtspunkt liegt nur wenige Fahrminuten von der Hauptstraße entfernt und bietet einen schönen Blick über Teletubby-Berge und die Küste. Außerdem ist es hier oben richtig schön ruhig. Nach oder in der Regenzeit muss es hier oben noch toller aussehen, wenn die Berge schön saftig grün sind. Bei uns ist hier alles eher braun und vertrocknet. 

Waikuri Lagoon

Die Waikuri Lagune ist einfach traumhaft. Die Farben des Wassers so schön und saftig, dass man direkt reinspringen möchte. Man kann zu Fuß einmal drumherum gehen und hat so viele tolle Blicke auf die Lagune aus unterschiedlichen Perspektiven. Am Küstenende gibt es ein Baby Devils Tear – was Freddy natürlich wieder total glücklich gemacht hat! Es kamen sogar richtig die großen Wellen reingeschossen. Beim Umrunden der Lagune läuft man teilweise über dem Wasser auf den Felsen und an der einen Seite gibt es eine große Felsspalte: Wenn die Welle unter dem Felsen das Wasser reindrückt, spritzt das Wasser und die Gischt aus der Spalte in die Luft. Spektakulär! 

Pantai Karoso 

Der Pantai Karoso liegt 6 km südlich von der Lagune. Ein richtig schöner langer Sandstrand. Hier gibt es ein Resort, in dem es sich die gutbetuchten Touristen gutgehen lassen – ohne das Hotel verlassen zu müssen. Wir haben hier ein bisschen entspannt, gebadet und die Sonne genossen. Und waren trotz Resort die einzigen Menschen am Strand.

Pantai Pero

Ein weiterer Strand 15 km südlich vom Pantai Karoso. Das Besondere: Hier läuft ein Fluss auf der einen Seite ins Meer, so dass man quasi zwei Strände hat.

Pantai Ratenggaro 

Allein der Weg hierhin war schon abenteuerlich. Auf einer “broken road” ganz einsam entlang einiger traditioneller Dörfer – und ihrer Friedhöfe. Sumba ist christlich und überall auf der Insel findet man die Megalith Stein Gräber, die ganzen Familien gehören. Die traditionellen Häuser haben spitz nach oben ragende Dächer. Direkt am Strand befindet sich das traditionelle Village Ratenggaro. Und auch hier ist wieder ein Fluss auf der einen Seite und Meer auf der anderen. Das scheint irgendwie ein Ding hier auf Sumba zu sein. Der Strand war mega – richtig schöner Sand, tolle Wellen und schönes Wasser. Wie wir da so sitzen bzw. Freddy ist im Meer baden, kommen auf einmal an die Hundert Menschen aus dem Dschungel den Strand runter. Alle traditionell mit Macheten ausgestattet. Besonders gruselig: Die meisten haben ganz rote Münder und Zähne, die aussehen wie Blut. Wie wir später herausgefunden haben, kommt das vom Betelnuss kauen; einer kleinen Opfergabe im Marapu Glauben – und eine Droge ähnlich wie Alkohol. 

Funfact: Wir wurden hier von drei Mädels angesprochen, ob sie ein Foto mit uns haben können. Da sagen wir natürlich nicht nein. Nachdem alle drei jeweils ihr Foto bekommen haben, haben wir gesagt, dass wir natürlich auch ein Foto mit ihnen haben wollen. DIE Blicke daraufhin waren einfach göttlich – die drei waren so verdutzt, dass wir den Spieß umgedreht haben – einfach herrlich! 😃

Pantai Katewel

Das nächste Dorf östlich von unserem Hotel ist Katewel. Ein Mini-Fischerdorf direkt am Wasser. Wie immer haben wir unseren Roller relativ dicht am Strand abgestellt und uns an den Strand gelegt. Der Strand ist super schön, es gibt nur Sand und so kann man auch richtig gut baden. So entspannten wir schön, ich hab ein bisschen gelesen und als ich zu Freddy ins Wasser wollte, sehe ich auf einmal, dass der Roller weg ist. Und da wo unser Roller stand, steht das Wasser. Freddy kommt aus dem Wasser gerannt und geht zu unserem Parkplatz – die Locals winken schon. Sie haben unseren Roller weggestellt, denn wir Touris haben ihn in einer Senke abgestellt, die bei Flut vollläuft. Wie gut, dass die Einheimischen hier so freundlich und hilfsbereit sind und sich keinen Jux mit uns gemacht haben 🙏

Pantai Oro

Der Pantai Oro liegt 3 km westlich von unserem Hotel entfernt. Es handelt sich um einen kleinen, aber feinen Sandabschnitt eingebettet in Felsen. Herrlich türkises Wasser lädt wirklich zum Baden ein. 

Kawona Beach Club

Der Kawona Beach Club liegt 13 km von Waitabula entfernt am Kawona Beach. Das Café ist schön an die Felsen gebaut, so dass man von überall einen tollen Blick aufs Meer hat. Man muss 20k IDR Eintritt zahlen, kann das Ticket aber gegen Kaffee, Tee oder Wasser eintauschen. Das fanden wir fair. Außerdem kostete die riesige Portion Pisang Goreng gerade einmal 10k IDR. Das kennt man aus solchen Beach Clubs eigentlich eher anders.

Wir haben hier einen ganzen Nachmittag entspannt, Kaffee getrunken und weitere Reisepläne geschmiedet.

Makan Dulu 

Das Makan Dulu ist ein gemeinnütziges Restaurant in Waitabula, in dem junge Sumbanesen für die internationale Sterneküche ausgebildet werden. Das Ganze ist komplett Non-Profit. Die Jugendlichen träumen davon einmal in den Sternerestaurants dieser Welt arbeiten zu dürfen. Wir finden das Konzept klasse und haben dem daher mal eine Chance gegeben. Und das hat sich gelohnt! Das Essen war wirklich hervorragend. Wir hatten Sate Tofu mit Corn-Reis, Veggies, Sambal und Reiskuchen und Rumpu Rampe – das besteht aus Maniokblättern, grüner Papaya, Papayablüten und Banana Flower. Richtig lecker.

Wir fanden das Essen sogar so gut, dass wir auch an unserem letzten Tag nochmal hier waren. Diesmal gab es meine Leibspeise Gado-Gado sowie Tofu Goreng Chili Basil – auch sehr lecker 😋

Und so gingen unsere Tage im Nordwesten von Sumba vorrüber. Was für Eindrücke wir hier wieder gesammelt haben! Es ist so anders, was es irgendwie so toll macht. Wir fühlen uns einfach wirklich, als wären wir am anderen Ende der Welt. Jetzt sind wir gespannt, was uns im Südwesten der Insel erwartet 😃


4 Antworten zu „Willkommen in einer anderen Welt – Unterwegs im Nordwesten von Sumba“

  1. Avatar von Sven Butzke
    Sven Butzke

    Hallo ihr beiden,
    Ich bin total begeistert und fasziniert was ihr für tolle Sachen erlebt.
    Das es auf der Welt noch so schöne Orte gibt haut mich einfach um.
    Und die tollen Menschen, retten euren Roller vor den Fluten, einfach unglaublich.
    Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß auf eurer Reise und oasst gut auf euch auf.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden.

    1. Avatar von bianca

      Hi Sven, vielen Dank für deine lieben Worte! Wir sind auch wirklich begeistert und immer wieder baff, wie schöne und vor allem unberührte Orte es auf der Welt noch gibt. Ich würd sagen, ihr packt auch bald eure Koffer und macht euch auf Entdeckungsreise 😃

      In der Zwischenzeit versorgen wir euch weiterhin mit unseren Erlebnissen ☺️

      Ganz liebe Grüße in die Heimat!

  2. Avatar von Thekla
    Thekla

    Zu schön 😘

  3. Avatar von Sandra
    Sandra

    Wow, wow, wow. Was für tolle Fotos 🤩😍
    Da waren aber auch ein paar schräge/schöne Sachen dabei – Betelnüsse, Roller weg, Foto mit Locals 🤩😍. Echt spannend und es erweitert auch meinen Horizont. 🤓
    Freue mich auf weitere kleine Überraschungen 😘

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